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Schild: „Ich habe Bammel“

Bild vergrößern Marlies Schild

Das Lachen kehrt heute, Samstag, mit Marlies Schild beim Slalom im finnischen Levi in den Weltcup zurück.  Bild: Gepa

LEVI. Marlies Schild dominierte die Slalom-Welt, bis sich die Salzburgerin ihr Knie zertrümmert hat. 400 Tage voller Verzweiflung und Hoffnung, Rückschläge und Kampf sind vergangen. Heute kehrt sie in Levi in den Weltcup zurück. Und ist glücklich, nicht alleine zu sein.

Was war Marlies Schild doch froh, eine starke Schulter zum Anlehnen zu haben. Einen Herzbuben, mit dem sie auf Augenhöhe sprechen kann, der die Sorgen des Spitzensports versteht, der ihren Antrieb kennt. Ihr Freund Benjamin Raich war da, redete ihr gut zu und aus, alles hinzuschmeißen. Ski-Aushängeschild Benjamin Raich ist auch da, wenn sie heute in Levi ihr Comeback gibt.

Mit einem 32 Zentimeter langen Nagel im Schienbein kehrt die 28-Jährige zurück. Und muss sich im Stangenwald neu orientieren. Lindsey Vonn fand sich im Vorjahr nördlich des Polarkreises am besten zurecht, Hausherrin Tanja Poutiainen gelang das zwar ausgerechnet daheim nicht so gut, dafür steuerte sie den restlichen Winter wie ein Navigationsgerät ins Ziel. Auf den Slalom-Thron war die Deutsche Maria Riesch gefolgt. Ob heuer wieder Schild das Kristall-erbe antreten kann?

„Der Fuß gibt das Tempo vor“, bremst Schild ein. Sie muss sich in einer sehr schwierigen Disziplin messen – im Geduldüben: „Ich darf mir keinen Stress machen“, sagt eine, die es schon als Kind eilig hatte. „Wenn du so weitermachst, wirst du nirgends gut“, hatte ihr Papa Josef gemeint. Also begrub Schild ihre Langlauf-Ambitionen, schnallte sich die langen Abfahrtslatten an und forderte das Risiko heraus. Oft war sie Verliererin, mit 19 Jahren war sie schon fünf Mal am Knie operiert worden. „Ich habe Bammel“, gestand Schild am Freitag in Levi.

Zudem leben die Gedanken an 2006 auf, als erst Marlies Schild zum Sieg gewedelt war und einen Tag später Raich. Der spricht heuer von einer „Doppelbelastung“. „Ich bin immer nervös, wenn sie fährt“, sagt er: „Darum schau ich mir das Rennen nur vom Hotelzimmer aus an.“ Am Sonntag fährt Raich selbst gegen den Rest der Slalom-Welt.

Das Traumhaus als Stützpunkt

Während das alpine Traumpaar im Hohen Norden unterwegs ist, nimmt daheim im Pitztal das großzügige Traumhaus Formen an. Gebaut wird direkt neben dem Ferienhaus von Bruder Florian, Benjamins Vertrauenstrainer, und neben dem Neubau von Schwester Carina und Ehemann Mario Stecher. Dort brachte vor zwei Wochen Baby David Leben ins Haus.

Damit wollen sich Marlies und Benjamin gedulden. Vorher haben sie noch andere Ziele, schon in Levi. Sollten Schild in Lappland Weltcup-Punkte durch die Lappen gehen, dann steht ihr immerhin eine starke Schulter zum Anlehnen bereit.    (czm)

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