„Vonnderbar!“ Wortspiele um den US-Skistar Lindsey Vonn könnten dieser Tage Hochkonjunktur haben. Im schweren Super-G war sie die einzige Favoritin, die ihrer Rolle gerecht wurde, und kürte sich erstmals zur Weltmeisterin. 2007 in Aare wurde die 24-Jährige zweimal Zweite – und fühlte sich als doppelte Verliererin. Die waren diesmal die schwedische Titelverteidigerin Anja Pärson und Renate Götschl – beide schieden aus.
Ihren Goldkurs hat sich Vonn allerdings abgeschaut: von der WM-Debütantin Anna Fenninger. „Ich bin genau ihre Linie gefahren, weil ich wusste, dass das die richtige ist“, sagte Vonn – und drängte damit die erst 19-jährige Salzburgerin vom Podest und auf den „Blech-Platz“. Die erste Medaille bejubelte Österreich trotzdem – dank Andrea Fischbacher (siehe Stichwort).
Vonn hatte feuchte Augen: „Ich habe immer davon geträumt, Gold bei einer WM oder Olympia zu schaffen, der Weltcup ist nicht alles.“
Väter des Erfolges hat Vonn viele – österreichische. Robert Trenkwalder, der einst Hannes Trinkl zu Abfahrts-Gold lotste, betreut die Red-Bull-Athletin. „Ihre Leistung war definitiv genial. Es war der beste Super-G, den sie je gefahren ist“, sagte er. Der Österreicher Alex Hödlmoser verleiht Vonn als Trainer des US-Abfahrtsteams Schwung. Und Konditionstrainer Martin Hager trimmt ihre Fitness. Vonn: „Das bestätigt sich jetzt – jede im Sommer investierte Minute bekommst du im Winter zurück.“ Daher nimmt die Frau mit dem zerbrechlich wirkenden Porzellanpuppengesicht alle Disziplinen in Angriff – und hat in allen Medaillenchancen.
Bei ihrem Abfahrtssieg in Val d’Isère 2005 hatte Vonn noch eine Kuh, die in ihrer Winter-Heimat Kirchberg weidet, als Prämie gewonnen und auf 1500 Euro verzichtet. „Sie hat jetzt zwei Kälber und ist wieder schwanger. Sie sind etwa 20.000 Euro wert. In Zeiten wie diesen eine sensationelle Investition.“ Noch gewinnbringender ist nur ihre Überform.
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