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Die Rekordmänner zischen bereits weiter

Zauberhorn: Die längste Abfahrt geht als schnellste in die Ski-Geschichte ein. Zum Verschnaufen blieb für Sieger Innerhofer und seine Verfolger Kröll und Reichelt keine Zeit.

Die Rekordmänner zischen bereits weiter

Christof Innerhofer packte den Hund beim Schopf: Sein Flug durch diese felsige Schlüsselstelle wird er nie vergessen, denn sie führte zum Sieg. Bild: EPA

Schon heute sind die Lauberhornrennen für den Zweiten Klaus Kröll und Dritten Hannes Reichelt nur noch eine blasse Erinnerung, denn im Zeitalter der Hochgeschwindigkeit weicht der Hundschopf der Mausefalle ohne Bedenkzeit, die Minschkante wird mit der Hausbergkante ausgetauscht wie die Batterien in den Kameras der Fotografen. Heute reisen die Abfahrer nach Kitzbühel, wo um 11.30 Uhr das erste Training ansteht. „Wir können es uns nicht leisten, es zu streichen angesichts der Wetterprognosen“, sagte FIS-Renndirektor Helmuth Schmalzl den OÖN, als er sich noch auf dem Lauberhorn einen Überblick verschaffte.

Mehr als 160 km/h

Die Schnelllebigkeit erhielt ausgerechnet in Wengen, dem Inbegriff der Schweizer Langsamkeit, ein neues Kapitel. Der Salzburger Hannes Reichelt war am Samstag der erste Rennläufer der Ski-Geschichte, der am Haneggschuss mit mehr als 160 Stundenkilometern geblitzt worden war (160,34 km/h). Ehe Johan Clarey eine Marke erreichte, von der auch der Franzose glaubt, dass sie Journalisten angesichts der perfekten Verhältnisse wohl noch jahrelang aus dem Archiv kramen werden: 161,9 km/h. Während Clarey auf den fünften Platz raste, bremste sich Hannes Reichelt nach 4450 Abfahrtsmetern auf dem dritten Rang ein. Nach dem Sieg in Bormio war es für den Salzburger Hobbypiloten der nächste Höhenflug. „Aber meine Riesentorläufe holen mich auf den Boden zurück.“

Am Tiefpunkt waren im Sommer der Südtiroler Sieger Christof Innerhofer und der Steirer Kröll. So fest Christof Innerhofer den Hund beim Schopf packte, nahm er zuvor bei der Pressekonferenz sein Herz in die Hand. „Meinen letzten Tropfen Blut werde ich nicht im Ski-Weltcup vergießen“, sagte der 28-jährige Pustertaler, der seit 14 Monaten wegen seiner Rückenbeschwerden mit Schmerzmitteln fährt. Die vergangene Saison beendete er nur unter dem Einfluss von gespritztem Morphium – das Karriereende war ganz nahe. Innerhofer: „Bevor ich wieder eine Spritze brauche, werde ich nicht an den Start gehen.“

Nur wenn Klaus Kröll seinen Fuß in den engen Skischuh presst, sei er schmerzfrei, sagt Kröll. Die Nachwehen eines Motocrossunfalls spürt er noch immer, ans Laufen denkt er nicht. Wohl auch deshalb sagt er: „Ich fühle mich als der zweite Sieger.“ Zufrieden waren Romed Baumann (6.) und Max Franz bei seinem Comeback (14.).

In schmerzhafter Erinnerung bleibt das Rennen Aksel Lund Svindal. Nach der Hundschopf-Landung riss ein Schlag einen Ski weg. Nach einem beinharten Aufprall ins Sicherheitsnetz fuhr der Norweger noch ins Ziel. Gestern wurde er in Innsbruck behandelt, Physiotherapeuten haben mit seinem Knie neue Arbeit. Svindal: „Ich habe mir nichts getan, aber es gibt Einfacheres, als nach so einem Sturz nach Kitzbühel zu reisen.“

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Artikel Marlies Czerny, Wengen 21. Januar 2013 - 00:05 Uhr
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