Beim Training der SV Josko Ried war gestern von Derbystimmung noch nichts zu spüren. Die Rieder Spanien-Neuzugänge Ivan oder Guillem kennen wohl nicht einmal die Vereinsfarben des LASK. „Ich glaube auch, dass für sie das einzige Derby ist, wenn Real Madrid gegen Barcelona spielt“, sagt Trainer Paul Gludovatz mit einem Lächeln. Schließlich hat auch er nicht vergessen, dass ausgerechnet der Spanier Nacho beim 5:2 der Rieder beim letzten Derby-Heimsieg über die Linzer einen Doppelpack erzielt hatte.
Sogar Rieds Kapitän Oliver Glasner gibt als alteingesessener Innviertler zu: „Ich will immer gewinnen, deshalb kann ich mich für ein Derby nicht viel mehr motivieren als für eine andere Partie. Mir ist es auch egal, ob ein Christian Mayrleb das Leiberl von LASK oder Austria Wien anhat. Wenn er gegen mich spielt, dann will ich ihn stoppen.“
Das spezielle Derby-Extra
Und doch gibt es diesen kleinen, feinen Unterschied. Glasner: „Wir wissen, dass wir mit diesem Sieg unseren Fans ein Stückchen mehr zurückgeben können als in einem normalen Spiel. Die Stimmung im Stadion ist viel besser und aufgeheizter als etwa gegen Mattersburg. Das spürt jeder, ohne dass man ihm vor dem ersten Spiel gegen den LASK eine kleine Derby-Nachhilfestunde gibt.“
Extramotivation braucht Gludovatz sowieso nicht zu geben: „Jeder, der dabei war, hat die respektlose Jubelraupe der LASK-Spieler nach ihrer 2:0-Führung beim 2:5 gegen uns noch in Erinnerung. So etwas vergisst man nicht.“
OÖ in Unterzahl
Zwischen drei und vier Oberösterreicher dürften in der Anfangsaufstellung von Ried und dem LASK stehen. LASK-Trainer Helmut Kraft will sowieso nicht zu viel von einem Derby wissen. „Wir müssen auf uns selbst schauen. In unserer Situation brauchen wir Punkte. Ganz egal, ob der Gegner Ried oder anders heißt.“
Dass er sich von Ried nicht beeindrucken lässt, hat er bereits im vergangenen Frühjahr bewiesen: Da kam er mit dem LASK (3:0, 2:2) zwei Mal ohne Niederlage davon.
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