Kennen Sie den schon? „Sagt ein Trainer über Oliver Glasner: Den brauchen wir in Ried nicht.“ Oliver Glasner konnte darüber 2003 nicht lachen, als ihn Petar Segrt mit diesem „Witz“ abservierte und Glasner Ried (kurz) verlassen musste. Es dauerte nicht lange bis der Trainer selbst im Innviertel Geschichte war. Glasner gibt es heute noch. Und er ist besser denn je. Zum Glück hat der 35-Jährige auch heuer nie aufgegeben. Obwohl er bereits vergangene Woche im OÖN-Interview zugegeben hatte: „Ich habe öfter an das sofortige Karriereende gedacht.“ Jetzt kam er mit einem Sieg zurück. Trotzdem: Ist Oliver Glasner für Ried wirklich unersetzbar? Der Blick auf die OÖN-Statistik der 74 Liga-Spiele unter Paul Gludovatz lässt nur eine Antwort zu: Ja.
Die Durststrecke: 245 Tage musste Ried nach dem 2:0 bei Sturm Graz im November 2009 auf einen Auswärtssieg warten. Der Erfolg in Graz war Glasners letzte Auwärtspartie vor der Verletzung, jener am Samstag im Burgenland der erste Auftritt danach. Reiner Zufall? Sicher nicht.
Die Auswärtsbilanz: Generell haben die Rieder in der Fremde nur dann gewonnen, wenn Glasner dabei war. Einem 0-2-10 ohne den Verteidiger steht ein 6-8-11 mit ihm gegenüber.
Die Niederlagen: Mit Glasner gab es in 49 Partien 12 Niederlagen. Ohne ihn in nur 25 Spielen mit 17 gleich fünf Pleiten mehr.
Gludovatz nahm Risiko
In Mattersburg war es, als ob Glasner nie weg gewesen wäre. Seine Rückkehr machte auch seine Mitspieler in der Verteidigung sicherer. Für Gegner Mattersburg gab es 90 Minuten lang praktisch kein Durchkommen.
„Wir haben das Risiko genommen, ihn von Beginn an zu bringen. Er ist noch immer nicht ganz fit. Wir müssen aufpassen“, sagte Trainer Paul Gludovatz nach dem Spiel. Der Rieder Trainer hatte aber auch allen Grund dazu, den Rest des Teams zu loben. Sein Fazit: „Es war ein Sieg des besseren Teams. Nur nach dem 2:0 fühlten wir uns zu sicher. Das werde ich auch noch extra ansprechen.“
Doch auch das Anschlusstor durch Bürger brachte die Rieder nicht mehr ins Wanken. Mit einem Mann mehr war für die Innviertler Angriff die beste Verteidigung. Hadzic (83.) und Lexa (93.) machten den Sieg perfekt.
Und die Ankündigung von Rieds Manager Stefan Reiter vor Saisonbeginn hat sich ebenfalls bereits jetzt bewahrheitet: „Unser wichtigster ‚Neuzugang‘ wird Oliver Glasner sein.“ Dem war in Mattersburg nichts hinzuzufügen.
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