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Vettel startete in Malaysia mit Streckenrekord

SEPANG. Ferrari und Sebastian Vettel haben den Auftakt beim Formel-1-Grand Prix von Malaysia dominiert.

Sebastian Vettel steht in Malysia gehörig unter Zugzwang Bild: Reuters

Der Deutsche legte bei seiner erhofften Aufholjagd auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton mit Streckenrekord im Freitagstraining los und war dabei 0,6 Sekunden schneller als Teamkollege Kimi Räikkönen und gleich 1,4 als Mercedes-Rivale Hamilton. Der erste Trainingstag war aber früher zu Ende als geplant.

Denn die zweite Einheit musste rund 20 Minuten vor dem Ende wegen eines von den Boliden von Valtteri Bottas und Räikkönen gelösten Kanaldeckels zunächst unterbrochen werden. Am Haas von Romain Grosjean war beim Überfahren des Randsteins der rechte Hinterreifen geplatzt und der Wagen spektakulär in die Streckenbegrenzung gekracht. Der Franzose verließ sein Auto jedoch unbeschadet.

Renndirektor Charlie Whiting inspizierte daraufhin die gefährliche Stelle und entschied etwa zehn Minuten vor dem offiziellen Ende auf Abbruch. Bis dahin war Vettel vor Räikkönen die schnellste Runde auf dem 5,543 Kilometer langen Kurs gelungen. Die Ränge drei und vier belegte das starke Red-Bull-Duo Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Erst hinter McLaren-Mann Fernando Alonso wurde Hamilton als Sechster gewertet vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas.

Was erstaunte, denn mit seinen langen Geraden und den Tempokurven liegt der Sepang International Circuit, wo zum vorletzten Mal gefahren wird, eigentlich mehr Mercedes. Man kann aber getrost davon ausgehen, dass die "Silbernen" ihre Karten noch nicht aufgedeckt haben. Zunächst wurde vor allem über fehlenden Grip geklagt.

Auch Hamilton zeigte Schwächen. So erlaubte sich der Brite nach der Mittagspause im zweiten Sektor einen Ausritt ins Kiesbett, nachdem bereits sein Mercedes-Teamkollege Bottas ins Grün abgedriftet war. Teamchef Toto Wolff sprach angesichts des gewaltigen Rückstands von "einem der schlechtesten Freitage, an die ich mich erinnern kann."

Vettel konnte am Freitag zumindest Zuversicht schöpfen. Diese brauchen er und die Scuderia auch. Auf 28 Punkte ist sein Rückstand auf Hamilton mittlerweile angewachsen. Bevor der Brite mit drei Siegen nach der Sommerpause für die Trendwende sorgte, lag der Deutsche noch 14 Zähler vor seinem Kontrahenten.

Vettel absolvierte sein Pensum ohne Probleme - sowohl in der nassen ersten als auch der trockenen zweiten Einheit. An der Stätte seines Premierensiegs mit Ferrari 2015 will er dank vieler neuer Teile am Auto und vor allem einem effektiven neuen Unterboden doch noch die WM-Wende einleiten.

"Wir haben ein starkes Auto", beteuerte Vettel, relativierte aber: "Die Runde war noch nicht optimal und morgen interessiert die heutige Bestzeit keinen mehr. Wir hätten gerne noch etwas probiert." Zum Kanaldeckel meinte Vettel: "So etwas sollte es natürlich nicht geben. Es liegt in der Verantwortung der FIA und der Strecke, dass so etwas nicht passiert."

Gut schlugen sich die vielen Ersatzpiloten. Der 19-jährige Monegasse Charles Leclerc wurde beim ersten Einsatz im Sauber 16. und war dabei schneller als Teamkollege Pascal Wehrlein. Red Bulls indonesischer Testfahrer Sean Gelael war im Toro Rosso als 14. sogar noch besser. Piere Gasly, der beim Red-Bull-B-Team voraussichtlich bis Saisonende den Russen Daniil Kwjat ersetzt, kam auf die Plätze 9 und 15.

"Das war in Ordnung", befand Red-Bull-Berater Helmut Marko. "Er war im Nassen sogar noch beeindruckender." Für eine endgültige Entscheidung wegen 2018 sei es aber noch viel zu früh. "Wir schauen uns das jetzt in Ruhe an und entscheiden dann für nächstes Jahr", so Marko auf Sky. Kwjat sei am Anfang natürlich sehr enttäuscht gewesen. "Er hat sich aber dann schnell beruhigt."

Die starke Vorstellung von Red Bull Racing ließ Marko hingegen nicht jubeln. "Wir haben für das zweite Training in die falsche Richtung entwickelt. Den Speed von Ferrari und dort speziell Vettel können wir nicht gehen." Marko hofft: "Wir können das hoffentlich korrigieren und dann wieder schneller sein." Angebliche Getriebeprobleme bei Ricciardo gebe es nicht. "Im Gegenteil. Wir sind überdimensioniert gefahren."

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Artikel nachrichten.at/apa 29. September 2017 - 13:01 Uhr
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