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Hamilton triumphiert und baut WM-Führung aus

SINGAPUR. Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat am Sonntag mit dem unerwarteten Sieg in Singapur seine WM-Führung in der Formel 1 deutlich ausgebaut.

Lewis Hamilton war in Singapur nicht zu stoppen. Bild: (APA/AFP/MOHD RASFAN)

Hamilton feierte im Nachtrennen auf dem Stadtkurs vor Daniel Ricciardo im Red Bull (+ 4,507 Sek.) und seinem Teamkollegen Valtteri Bottas (8,800) seinen siebenten Saisonerfolg. In der Gesamtwertung führt er nun komfortable 28 Punkte vor Vettel. Das nächste Rennen findet in zwei Wochen in Malaysia statt, danach folgen noch fünf weitere.

Hamilton bejubelte seinen 60. Grand-Prix-Sieg besonders überschwänglich, schließlich hatte Mercedes auf dem verwinkelten Stadtkurs nur als Außenseiter gegolten. Der anfängliche Regen und die Fehler von Vettel und Co. bescherten ihm aber doch noch einen Freudentag. "Was für eine Wende, was für ein großartiger Tag. Natürlich hatten wir Glück, der liebe Gott hat mich gesegnet und ich habe die Situation mit den Ferraris genutzt", sagte Hamilton.

Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte allen Grund zur Freude. "Das war natürlich ein Wahnsinns-Crash zwischen den Dreien, in dem Fall waren wir der Nutznießer. Lewis ist aber ein super Rennen gefahren", betonte der Wiener. Mit diesem unverhofften Ausgang sei aber keinesfalls zu rechnen gewesen. "Natürlich ist das sensationell für die Meisterschaft. In der Früh war die Stimmung nicht großartig und wir haben noch von Schadensbegrenzung gesprochen. Und jetzt fahren wir hier mit den Plätzen eins und drei und mit so einem Vorsprung weg. Das nehmen wir natürlich gern."

Für die im Qualifying dominierenden Ferrari und Red Bulls begann das Rennen denkbar schlecht. Verstappen und Räikkönen kollidierten unmittelbar nach dem Start und schieden mit demolierten Autos aus. Pole-Position-Mann Vettel überstand das anfängliche Chaos trotz Berührung scheinbar unbeschadet, musste seinen schwer havarierten Ferrari aber schon kurz darauf nach einem selbst verschuldeten Dreher ebenfalls abstellen. "Ich denke, das Auto war schon beschädigt, da macht es keinen Unterschied, um ehrlich zu sein", so Vettel mit dem Verweis auf einen Kühlerschaden mit Druckverlust.

Vettel: "Es ist blöd gelaufen"

Am verhängnisvollen Startunfall sah der etwas nach innen gezogene Deutsche bei sich keine Schuld. "Ich war überrascht, ich habe nur einen gesehen, dann hat es schon geknallt. Es ist blöd gelaufen, weil wir beide draußen sind. Natürlich ist das doof, aber was sollen wir machen. Es geht weiter", kommentierte Vettel das bittere Aus für beide Ferrari. Der vierfache Singapur-Sieger hatte in den jüngsten 18 Rennen stets gepunktet.

Räikkönen wollte sich öffentlich nicht an der Suche nach dem Unfallverursacher beteiligen. "Wer auch immer schuld ist, es ändert nichts daran, dass es enttäuschend ist und das Rennen für uns vorbei ist", meinte der Finne. Der von Serienausfällen geplagte Verstappen war ebenfalls geknickt. "Am Ende war ich in einem Ferrari-Sandwich. Es ist passiert, ich bin froh, dass alle drei draußen sind, nicht nur ich. Aber das ist natürlich schade", sagte der Niederländer, der sehr wohl Vettel als den Hauptschuldigen sah.

Während das Crash-Trio durch die Finger schaute, fuhr der unbeschadet durch die Startphase gekommene Hamilton nach der erforderlichen Safety-Car-Phase vorne auf und davon. Wenig später erzwang ein Unfall von Daniil Kwjat (Toro Rosso) dann aber schon die nächste Sicherheitsunterbrechung. Hamilton kam jedoch auch beim Neustart wieder gut weg und raste auf der immer trockener werdenden Strecke souverän vorne weg.

Die dritte Safety-Car-Unterbrechung nach einem weiteren Crash schob das Feld noch einmal zusammen. Hamilton hielt seine Verfolger aber bis zum Ende der Zweistunden-Rennzeit klar auf Distanz und wurde schließlich nach 58 Runden als Sieger abgewunken.

Endstand Singapur:

1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 02:03:23,543 Durchschnittsgeschw.: 142,913 km/h
2. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull +04,507
3. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes +08,800
4. Carlos Sainz jr. (ESP) Toro Rosso +22,822
5. Sergio Perez (MEX) Force India +25,359
6. Jolyon Palmer (GBR) Renault +27,259
7. Stoffel Vandoorne (BEL) McLaren +30,388
8. Lance Stroll (CAN) Williams +41,696
9. Romain Grosjean (FRA) Haas +43,282
10. Esteban Ocon (FRA) Force India +44,795
11. Felipe Massa (BRA) Williams +46,536
12. Pascal Wehrlein (GER) Sauber +2 Runden

Ausgeschieden: Fernando Alonso (ESP) McLaren, Marcus Ericsson (SWE) Sauber, Nico Hülkenberg (GER) Renault, Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso, Kevin Magnussen (DEN) Haas, Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari, Max Verstappen (NED) Red Bull, Sebastian Vettel (GER) Ferrari

Schnellste Runde: Lewis Hamilton (GBR) Mercedes, 55. Runde, Zeit: 1:45,008 Min.
 

WM-Stand (nach 14 von 20 Rennen)

1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 263
2. Sebastian Vettel (GER) Ferrari 235
3. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes 212
4. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 162
5. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 138
6. Max Verstappen (NED) Red Bull 68
7. Sergio Perez (MEX) Force India 68
8. Esteban Ocon (FRA) Force India 56
9. Carlos Sainz jr. (ESP) Toro Rosso 48
10. Nico Hülkenberg (GER) Renault 34
11. Felipe Massa (BRA) Williams 31
12. Lance Stroll (CAN) Williams 28
13. Romain Grosjean (FRA) Haas 26
14. Kevin Magnussen (DEN) Haas 11
15. Fernando Alonso (ESP) McLaren 10
16. Jolyon Palmer (GBR) Renault 8
17. Stoffel Vandoorne (BEL) McLaren 7
18. Pascal Wehrlein (GER) Sauber 5
19. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso 4

 

Konstrukteurs-WM (nach 14 von 20 Rennen)

1. Mercedes 475
2. Ferrari 373
3. Red Bull 230
4. Force India 124
5. Williams 59
6. Toro Rosso 52
7. Renault 42
8. Haas 37
9. McLaren 17
10. Sauber 5

 

Nächstes Rennen: 1. Oktober Grand Prix von Malaysia in Sepang

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Artikel nachrichten.at/apa 17. September 2017 - 16:12 Uhr
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