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Die Silberpfeile trafen beim Jubiläum in Monza mitten in das Ferrari-Herz

MONZA. Formel 1: Lewis Hamilton eroberte mit seiner souveränen Fahrt Sieg und die WM-Führung.

Die Silberpfeile trafen beim Jubiläum in Monza mitten in das Ferrari-Herz

Lewis Hamilton als Ferrari-Spaßbremse: Der Engländer war in Monza für Vettel (re.) außer Reichweite Bild: Reuters

Aus der Sicht der Tifosi war es die falsche Zeit und der falsche Ort für eine Machtdemonstration in Silber, dem Formel-1-Team von Mercedes war das aber völlig egal: Ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix von Ferarri im königlichen Park von Monza, wo am Wochenende noch dazu das 70-Jahr-Jubiläum der Scuderia gefeiert wurde, erwiesen sich die Silberpfeile als unschlagbar. Mit dem Doppelsieg durch Lewis Hamilton und Valtteri Bottas traf Mercedes gestern mitten in das Ferrari-Herz. Sebastian Vettel betrieb auf Platz drei Schadensbegrenzung, die WM-Führung musste der Deutsche trotzdem an seinen Widersache Hamilton abgeben.

"Ich liebe es in Italien, ich liebe die Leidenschaft der Fans", sagte Hamilton bei der Siegerehrung – fügte aber sogleich mit schelmischem Grinsen hinzu: "Die Mercedes-Power ist definitiv besser als die Ferrari-Power." Klarerweise folgten darauf zahlreiche Pfiffe für den Engländer, der sich nichts pfeift. Viel Applaus gab es für Vettel, der sich bei den Tifosi auf Italienisch bedankte: "Ihr seid das beste Publikum der Welt." Der Deutsche räumte zwar ein, dass Ferrari das Tempo von Mercedes nicht mitgehen konnte, er blieb aber trotzdem zuversichtlich. "Wir haben heute eine auf den Deckel bekommen, das kann keiner schönreden. Aber ich weiß, dass wir ein sehr gutes Auto haben, wir gehen voller Hoffnung in die kommenden Rennen."

Für Mercedes war der gestrige Doppelerfolg der vierte Sieg in Italien in Folge. "Ich bin superhappy. In Monza haben wir schon lange nicht mehr so ein gutes Rennen gehabt", äußerte sich Motorsportchef Toto Wolff. "Das war wichtig, weil das nächste ist schon wieder ein schwieriges für uns", verwies der Wiener auf den 14. WM-Lauf in zwei Wochen in Singapur. In der WM-Wertung liegt Hamilton nun drei Punkte vor Vettel. Die Spannung im Titelkampf dürfte länger bestehen bleiben, zumal jetzt wieder die Karten neu gemischt werden.

Ricciardo auf der Überholspur

Zum "Driver of the Day" wurde Daniel Ricciardo gewählt, der gegen Ende mit Hamilton schnellster Mann im Feld war. Gekrönt war die Aufholjagd des Red-Bull-Piloten, der von Platz 16 ins Rennen gestartet war, von einem meisterhaften Überholmanöver gegen Räikkönen in der 41. Runde. Am Kurveneingang bremste der Australier extrem spät, um sich an dem Ferrari-Mann vorbeizuquetschen. Beinahe hätte Ricciardo auf Supersoft-Reifen sogar noch Jagd auf Vettel gemacht, dafür war dann die Zeit aber letztlich zu knapp. SeinTeamkollege Max Verstappen war kurz nach dem Start sogar ans Ende des Feldes zurückgefallen, holte als Zehnter aber noch einen Zähler. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko: "Wir waren ganz klar die zweite Kraft hinter Mercedes." Red Bull hatte vor dem Rennen in beide Autos zahlreiche neue Teile eingebaut, um für Singapur besser gerüstet zu sein. Dafür nahm man Strafversetzungen in der Startaufstellung in Kauf. Im Qualifying war Verstappen Zweiter, Ricciardo Dritter gewesen.

Historisches Qualifying

Am Samstag hatte das Regenwetter im königlichen Park von Monza das Qualifying zum Marathon werden lassen. Nach zweieinhalbstündiger Unterbrechung brachte die feucht und wenig fröhliche Jagd nach der schnellsten Runde ein historisches Ergebnis. Hamilton parkte seinen Boliden zum 69. Mal auf der Pole-position und überholte damit in der Ewigen-Bestenliste Michael Schumacher. Aufgrund der Rücksetzungen der Red-Bull-Piloten wurde Lance Stroll als Zweiter in die erste Startreihe gespült – der 18-jährige Williams-Pilot wurde damit zum jüngsten Formel-1-Piloten, der es so weit nach vorne schaffte. Auch Esteban Ocon (Force India) auf dem dritten Startplatz gehörte mit 20 zu den jungen Wilden. Ocon belegte gestern im Rennen vor Stroll Platz sechs.

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Artikel 04. September 2017 - 00:04 Uhr
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