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Gerhard Berger: "Die Stärke der DTM ist ihre DNA"

KUFSTEIN. Gerhard Berger zieht vor dem Rennwochenende in Spielberg eine positive Zwischenbilanz in seiner ersten Saison als Chef der DTM. Einziger Wermutstropfen ist für ihn der Ausstieg von Mercedes nach der Saison 2018.

Gerhard Berger Bild: (APA/dpa/Uwe Anspach)

"Das tut mir wahnsinnig leid", meint der Tiroler. Die Formel 1 könne sich von der DTM, die ein Millionenpublikum vor den TV-Schirmen hat, einiges abschauen.

Dass der beliebten Tourenwagen-Serie nach der kommenden Saison einer der Hersteller den Rücken kehrt, bedauert Berger. "Mercedes war in der kurzen Zeit ein konstruktiver Partner. Aber ich sehe das sportlich", erklärt der Gewinner von zehn Formel-1-Rennen. Generell sei es für ihn "die Kunst, eine Balance zwischen Herstellern und Teams zu haben."

Für die Suche nach einem adäquaten Ersatz ist der Tiroler jedenfalls zuversichtlich. Er gehe davon aus, dass es wieder eine dritte Marke geben wird. "Ich denke in erster Linie an Premiummarken. Aber jeder, der in der Lage ist, ein reglementkonformes Auto zu bauen, ist willkommen", so Berger. Technologischen Veränderungen gegenüber - wie einer Einführung des Hybridantriebs - ist er offen: "Das kann man nicht ignorieren. Die Frage ist immer, welchen Mehrwert das bringt. Wenn keine schnellere Rundenzeit dabei rauskommt, ist das widersinnig".

Die Anzahl der Events ist noch etwas ausbaufähig. In der laufenden Saison sind neun Rennwochenenden im Kalender. "Zehn Events wären schön. Schritt für Schritt kann man auch international erweitern, aber der Kern muss Deutschland bleiben", spricht der 58-Jährige über mögliche Expansionspläne. Generell sei die DTM vor der WTCC an der Spitze der Tourenwagen-Rennserien anzusiedeln. Auf die Frage, wie viele Zuschauer er sich bei der Veranstaltung am Red-Bull-Ring wünscht, antwortet Berger mit einem Augenzwinkern: "Einen mehr als bei der Formel 1."

DTM sticht MotoGP aus

Die große mediale Reichweite der DTM ist unumstritten. Rund zwei Millionen Fernsehzuschauer verfolgen die Rennen im deutschsprachigen Raum, wo die Tourenwagen-Rennserie die größte Motorsport-Plattform nach der Formel 1 ist. Sogar die MotoGP muss sich dahinter einreihen. In Österreich ortet Gerhard Berger in dieser Hinsicht aber noch Luft nach oben. Eine starke rot-weiß-rote Connection dank ihm, Toto Wolff und Lucas Auer führt allerdings zu einem Aufwärtstrend.

Eine hohe Fahrerdichte, starke Autos und eine lange Tradition bezeichnete der DTM-Chef als wichtigste Charaktereigenschaften der Rennserie. "Die Stärke der DTM ist ihre DNA", meint die Formel-1-Legende. Außerdem kann die Nähe zum Fan als großer Pluspunkt gesehen werden: "Wenn man es mit der Formel 1 vergleicht, sind wir viel näher am Fan. Das versuchen wir auch beizubehalten", ist der Tiroler zufrieden mit dem Status quo.

Die Abschaffung der umstrittenen Performance-Gewichte im Einvernehmen der Hersteller Mercedes, Audi und BMW begrüßt Berger: "Ich freue mich sehr, dass die Hersteller an einem Strang ziehen und im Sinne des Sports entschieden haben." Die sogenannten Performance-Gewichte hatten dafür gesorgt, dass die Rennautos auf möglichst ähnlichem Niveau an den Start gehen. Je nach Abschneiden in den Rennen waren Gewichte hinzu- oder weggekommen.

Chancen für Auer "unberechenbar"

Die Gesamtsieg-Chancen für seinen Neffen "Luggi" Auer, der an zweiter Stelle liegend in die beiden abschließenden Rennwochenenden geht, sind für Berger aufgrund der hohen Dichte vollkommen unberechenbar. Die Leistungen des 23-jährigen Youngsters überzeugen ihn aber. "Er macht es heuer zur Überraschung aller Profis super". Die Chancen auf ein Formel-1-Cockpit in den kommenden Jahren sind für Auer intakt. "Wenn er so fährt wie am Anfang der Saison und am Nürburgring, dann ist er ein Kandidat für die Formel 1. Wichtig ist, dass er mit Leistung auf sich aufmerksam macht", so der DTM-Chef.

Dass Rennserien wie die DTM bald vom E-Motorsport abgelöst werden, glaubt Berger nicht. "Formel E ist für mich nach wie vor kein Motorsport in dem Sinn. Ich glaube einfach, dass Motorsport Emotion ist, und die Formel E wird das erst nach meiner Zeit sein."

Eine Trendwende weg von benzinbetriebenen und hin zu Elektro-Rennwägen ist also in näherer Zukunft nicht zu erwarten. Der 58-Jährige findet dafür einen treffenden Vergleich: "Es gab Pferderennen, dann wurde das Pferd als Fortbewegungsmittel durch das Auto ersetzt. Und dennoch gibt es immer noch Pferderennen, die sich viele Leute gerne ansehen."

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Artikel nachrichten.at/apa 19. September 2017 - 12:40 Uhr
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