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Am Geburtstag des Berg-Klassikers fährt die Trauer um einen Fahrer mit

ESTHOFEN. Bei Esthofen-St. Agatha fehlt den Fans Ex-Sieger und Fanliebling Hermann Waldy.

Am Geburtstag des Berg-Klassikers fährt die Trauer um einen Fahrer mit

Hermann Waldy Bild: OÖN

Das Excape Auto-Bergrennen Esthofen – St. Agatha begeht am Wochenende sein 30. Jubiläum. Doch auch wenn erneut tausende Zuschauer für Samstag (Training) sowie Sonntag (Rennen) erwartet werden und Motorsport zum Anfassen geboten wird, herrscht vor dem Klassiker große Trauer.

Hermann Waldy senior, zweifacher Sieger der Veranstaltung und im Bergrennsport in Österreich eine Legende, wird nicht wie eigentlich geplant in seinen Rennwagen steigen. Der Kärntner, jahrelang auch Mitglied des Veranstaltervereins MSC Rottenegg, verstarb am Dienstag. Bei Waldy war Anfang des Jahres nach einer Krebserkrankung eine inkomplette Querschnittlähmung diagnostiziert worden, dennoch ließ er sich nicht von seiner Leidenschaft abhalten.

Der 69-Jährige, seit 1968 schon im Motorsport aktiv, fuhr nach intensiver Reha wieder bei den Rennen mit. Auch ein schwerer Unfall beim Klassiker in Rechberg heuer im Frühjahr stoppte ihn nicht. Als bisher letzter Österreicher konnte er den einzigen Berg-Europameisterschaftslauf in Österreich dort im Jahr 2004 gewinnen. "Ich möchte die 50. PS-Saison voll machen", sagte er noch im Sommer.

Gedenkstätte im Fahrerlager

Dazu kommt es nicht mehr. "Wir werden am Rennwochenende für Hermann eine Gedenkstätte unweit seines Stammplatzes im Fahrerlager, der Bushaltestelle in Esthofen, errichten. Es ist jeder eingeladen, eine Kerze mitzubringen und diese für Hermann in ehrenvollem Gedenken anzuzünden", sagt OK-Chef Markus Altenstrasser.

Dieser will mit seinem Team zum runden Geburtstag der Veranstaltung wieder ein tolles Rennen abwickeln. Szene-Kenner Waldy hätte beim Anblick der Starterliste mit der Zunge geschnalzt. So gibt Vorjahressieger Christian Merli genauso Gas wie Ex-Gewinner Sébastien Petit und die beiden Tschechen Dusan Neveril sowie Vaclav Janik, weil das Rennen diesmal wieder zum FIA International Hill Climb Cup zählt. Die ausländischen Piloten jagen ihre mehrere hunderttausend Euro teuren Formel-Wagen mit bis zu 300 km/h die abgesperrte Landstraße hinauf, dazu gibt es auch noch viele sehenswerte Rennfahrzeuge früherer Tage.

Nicht der einzige Anreiz für einen Besuch. Altenstrasser: "Der persönliche Kontakt zwischen Zuschauern und Fahrern gehört einfach dazu. Es ist Motorsport zum Anfassen." Dieser hat hierzulande obendrein eine große Tradition aufzuweisen. Auch dank Ausnahmekönnern wie Hermann Waldy.

 

Die Renninfos

Programm: Von Esthofen führt die Strecke auf einer Landesstraße über 3200 Meter (im Schnitt 6,1 Prozent Steigung) nach Sankt Agatha. Das Training steigt Samstag (12.30 bis 17 Uhr) und Sonntag (9 bis 11). Das Rennen findet ab 12.30 Uhr statt. Ein Zweitages-Pass kostet 17 Euro.

Bestzeit: Streckenrekord-Halter ist seit dem Vorjahr der Italiener Christian Merli (1:03,278 Min.). Heuer will er es noch schneller auf die Spitze treiben.

 

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Artikel Dominik Feischl 22. September 2017 - 00:04 Uhr
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