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Oberösterreich auf Tauchstation: Nur ein Schwimmer bei der WM

BUDAPEST. Schwimm-Trainer Marco Wolf im Interview über Ist-Zustand und Zukunftsperspektiven.

Oberösterreich auf Tauchstation: Nur ein Schwimmer bei der WM

Trainer Marco Wolf verpasste wegen der Weltmeisterschaft in Budapest die Staatsmeisterschaften in Enns. Bild: GEPA pictures/ Philipp Brem

Durch den Ermüdungsbruch an Lisa Zaisers Wirbelsäule ist für Marco Wolf die Schwimm-WM in Budapest schon wieder vorbei, ehe sie mit den Beckenbewerben am kommenden Sonntag überhaupt richtig begonnen hat. Der 41-Jährige hat mit dem ins Freiwasser gewechselten David Brandl nur einen Schützling bei den Titelkämpfen. Der Perger greift nach Rang 38 über fünf Kilometer heute auf der olympischen Zehn-Kilometer-Distanz an.

 

OÖN: Wie ist Brandls Freiwasser-Debüt einzuschätzen?

Marco Wolf: Der 38. Platz schaut zwar dramatisch aus, aber die eine Minute Rückstand bei einer Stunde Belastungszeit ist allerdings wenig. Vom Renntempo ist er voll dabei, nur schwimmt er bei den Bojen immer den weiteren Weg, wo er zwar weniger Schläge abbekommt, aber einfach langsamer ist. Da fehlt ihm die Erfahrung.

Welche Lehren ergeben sich daraus für das Zehn-Kilometer-Rennen?

Er muss nun bewusst das Risiko nehmen und dorthin schwimmen, wo getreten und gezogen wird. Dabei wird ihm diesmal die Startnummer helfen, da er mit Nummer 62 ganz innen ins Rennen geht, wo er automatisch dort sein wird, wo es zur Sache geht. Um die Positionskämpfe ein wenig zu simulieren, habe ich ihn zuletzt immer auf einer Bahn mit den 14-Jährigen trainieren lassen, damit er da auch viel überholen muss.

Jördis Steinegger hat aufgehört und Zaiser ist verletzt. Wie beurteilen Sie, dass es nur ein Schwimmer der Linzer Gruppe zur WM geschafft hat?

Das muss man relativieren, schließlich hatten wir auch bei der WM 2013 nur einen Starter. Zwar waren es zwei Jahre später dank der Staffeln deren fünf, aber heuer hätten dafür auch ein, zwei andere noch das Zeug dazu gehabt.

Muss man sich um die nächste Welle also keine Sorgen machen?

Lisa hat mit 22 Jahren ja noch kein Alter. Lena Kreundl hatte schulisch ein schwieriges Jahr zu bewältigen, das sie aber mit der Matura letztlich gemeistert hat. Und Bernhard Reitshammer hatte das WM-Limit um nur 13 Hundertstel verpasst. Dazu kommen noch Junge wie Alexander Trampitsch oder Sebastian Steffan, die am Wochenende bei den Staatsmeisterschaften in Enns aufzeigten.

Wie sieht Ihre Zielsetzung Richtung Tokio 2020 aus?

In London hatten wir zwei Olympiastarter, in Rio vier – statistisch würde das sechs in Tokio bedeuten. Das Personal und die Schwimmer haben wir, um das zu schaffen. Allerdings hängt eine erfolgreiche Olympia-Quali von vielen Faktoren ab, die nicht alle vom Trainer beeinflussbar sind.

Sie haben einen Vertrag bis 2024, sind es dann acht Starter?

Zu meinem Abschied würde ich mir das wünschen. Ich habe schon jetzt die Entscheidung für mich getroffen, dass ich nicht verlängern werde. Ich liebe diesen fordernden Job, den ich aber nur mit 100 Prozent Einsatz machen will.

Was trauen Sie Österreichs Beckenschwimmern bei der WM zu?

Für Felix Auböck könnte es Richtung Finale gehen. Für die anderen wird es mit dem Aufstieg schwer.

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Artikel Reinhold Pühringer 18. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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