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Ein Tandem zum Triumph – Mühlberger holte vor Pöstlberger das Meistertrikot

GREIN. Die beiden Rad-Profis vom Team Bora radelten mit Teamwork zum Doppelsieg in Grein.

Ein Tandem zum Triumph – Mühlberger holte vor Pöstlberger das Meistertrikot

Beim Giro bewies das Duo bereits seine (Welt)klasse, gestern machten sie dann auch bei der Staatsmeisterschaft gemeinsame Sache. Bild: Eisenbauer

Schon zwei Kilometer vor dem Ziel war der Jubel von Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger grenzenlos. Das Duo von der deutschen World-Tour-Mannschaft Bora formte gestern bei den Rad-Staatsmeisterschaften in Grein an der Donau ein erfolgreiches Tandem. Der Haidershofener Mühlberger holte sich das rot-weiß-rote Meistertrikot vor Pöstlberger, den in der letzten Runde auch ein Unfall nicht stoppen konnte. Tour-de-France-Starter Michael Gogl (Trek) fuhr, auf sich allein gestellt, vor Riccardo Zoidl (Felbermayr Wels) zu Bronze.

Im Begleitfahrzeug der Führungsgruppe nahmen auch die OÖN Platz und sahen einen Krimi auf zwei Rädern:

 

Raketenstart: Vom ersten Meter weg wurde bei den Titelkämpfen beinhart aussortiert. Am elf Kilometer langen Anstieg von Grein nach Dimbach fielen den dauernden Tempoverschärfungen von Stefan Denifl reihenweise Fahrer zum Opfer. Schnell wurde klar: Eine Spazierfahrt mit taktischem Geplänkel sollte es nicht werden. Nur 19 Fahrer, darunter auch alle gestarteten Auslands-Profis, konnten Denifls Hinterrad halten. Der Rest riss viel Rückstand auf, Mitfavorit Felix Großschartner hatte zudem mit zwei Defekten am Rad zu kämpfen. "So einen Anfang habe ich auch noch nicht erlebt", sagte Chaffeur Rudolf Massak, der langjährige Generalsekretär des Österreichischen Rad-Verbandes.

Erste Vorentscheidung: Auf der zweiten von insgesamt fünf Runden über 32,7 Kilometer setzte sich auf Initiative von Gogl ein Trio von der Spitzengruppe ab, dem auch Giro-Etappengewinner Pöstlberger und Wels-Routinier Markus Eibegger angehörten. Der Wolfsegger, der am Samstag als erster Oberösterreicher der Geschichte in die Tour de France starten wird, ging früh in die Offensive. Der Plan schien lange Zeit aufzugehen. Der Abstand zur Verfolgergruppe wuchs auf bis zu 1:30 Minuten an. Gogl und Eibegger verrichteten aber den Großteil der Führungsarbeit, während Pöstlberger Kraft sparte. Das sollte sich am Ende auszahlen. Die Damen kamen derweil nach drei Runden ins Ziel, die Linzerin Martina Ritter jubelte nach dem Zeitfahr-Erfolg am Freitag in Grünau wie schon 2015 über das Double.

Packender Schluss: Auf der letzten Runde blies Mühlberger, vor zwei Wochen Gewinner des deutschen Klassikers "Rund um Köln", bei einsetzendem Regen zum Angriff. Erst holte er den zurückgefallenen Eibegger ein und schloss wenig später zum vorne verbliebenen Duo auf. Pöstlberger erlebte eine Schrecksekunde, als ihn das Auto des Rennleiters touchierte und er kurz vom Rad musste. Mit viel Einsatz kam der 25-Jährige jedoch noch einmal zurück. Damit war für den aufopfernd fahrenden Gogl das Schicksal besiegelt. Er musste die zwei Teamkollegen ziehen lassen. Trotz regennasser Straße fuhren beide auf der Abfahrt mit bis zu 80 km/h dem Sieg entgegen. Den Pöstlberger dann ohne Gegenwehr seinem Freund überließ. Er hatte bereits 2012 dieses begehrte Trikot erobert. "Ohne meine Teamkollegen hätte ich das nie geschafft. Ich würde das Trikot gerne dritteln", bedankte sich Mühlberger dann bei Pöstlberger und Patrick Konrad.

 

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Artikel Dominik Feischl 26. Juni 2017 - 00:05 Uhr
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