Linz Marathon

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"Wir müssen viel richtig gemacht haben"

Günther Weidlinger kümmerte sich um Groß und Klein. Bild: Klaus Mitterhauser

"Wir müssen viel richtig gemacht haben"

Der Tag danach: Warum für Günther Weidlinger der Marathon zur Kopfweh-Sache wurde, was er gegen die Selbstzufriedenheit hat und von wem er die schärfste Kritik bekam.

Von Christoph Zöpfl, 11. April 2017 - 00:04 Uhr

Die Nacht war kurz, aber lang genug, um sich von einem der härtesten Marathons seiner Karriere gut zu erholen: Günther Weidlinger, Österreichs Rekordhalter über die klassische Distanz, hat am Wochenende beim Oberbank Linz Donau Marathon erstmals im Organisationsteam Tempo gemacht und sowohl beim Kinderlauf als auch beim Rennen der Asse die Fäden gezogen. Am Tag danach zog er im Gespräch mit den OÖNachrichten eine erste Bilanz.

 

OÖN: Wenn Sie eine Überschrift für das Marathon-Wochenende machen würden, wie könnte diese lauten?

G. Weidlinger: Spontan finde ich jetzt keine Worte dafür, aber es war in jedem Fall ein traumhaftes Lauffest, mit einem tollen Sieger, einer sehr guten Zeit und vielen lachenden Gesichtern im Ziel – nicht nur beim Junior-Marathon.

Haben Sie viele Rückmeldungen in Ihrer Mailbox?

Ja, da hat sich einiges getan. Erfreulicherweise gab es bisher ausschließlich positives Feedback, egal ob vom Hauptsponsor, den Athleten-Managern, aber auch von Eltern und Leuten, die mitgelaufen sind. Alle waren am Wochenende gut drauf. Wir müssen viel richtig gemacht haben.

Es scheint, der Linzer Marathon hat jetzt sein richtiges Set-up gefunden, oder gibt es noch Visionen, die man umsetzen möchte?

Ich wäre ein schlechter Sportler gewesen, wäre ich mit dem, was ich erreiche, immer zufrieden gewesen. Auch jetzt denke ich, dass man sich immer neue Ziele setzen muss, es gibt immer eine Möglichkeit, besser zu werden. Es wäre ein Rückschritt, sich selbstzufrieden zurückzulehnen.

Leise Kritik gab es, weil die Tempomacher von Lemawork Ketema zu langsam waren. Jetzt hat er knapp das WM-Limit verpasst ...

Ja, das ist sehr schade. Ich muss diese Sache noch analysieren, grundsätzlich sind aber Tempomacher auch nur Menschen und keine Maschinen.

Sie sind beim Leichtathletik-Verband für den Langstreckenlauf verantwortlich und könnten Ketema ja für die WM in London trotzdem nominieren. Das internationale Marathon-Limit hat er ja erreicht.

Ich habe mich für ein weniger hartes Limit, also 2:16 statt 2:15 Stunden, eingesetzt, das hat die Sportkommission aber abgelehnt. Das muss man akzeptieren. Grundsätzlich bin ich ein Verfechter eines Schwarz-Weiß-Denkens. Entweder man packt ein Limit und fährt zu einem Großereignis, oder man schafft es nicht und bleibt daheim. Alles andere wäre eine Wischiwaschi-Geschichte, auch wenn ich es Ketema hundertprozentig gönnen würde, bei der WM zu starten.

Hatten Sie am Marathon-Wochenende einen Gänsehaut-Moment, oder waren Sie so auf Ihre Aufgaben fokussiert, dass kein Platz für Emotionen da gewesen ist?

Zuerst war ich fürchterlich nervös, es war ärger, als wäre ich selbst am Start gewesen. Als Anthony Maritim dann die letzten Meter ins Ziel gelaufen ist und ich aus dem Führungsauto gestiegen bin, war das für mich eine unglaubliche Befreiung. Die Zeit war super, alles hat geklappt, ich dachte einfach: "Jetzt ist alles gut." Diesen Moment werde ich nie vergessen.

Apropos Führungsauto: Sie haben sich ständig weit aus dem Fenster gelehnt, um das Rennen zu dirigieren. War das nicht extrem unbequem?

Das war insofern schmerzhaft, als ich am Sonntag in der Früh in der Hotel-Tiefgarage auf einem nassen Fleck ausgerutscht und heftig gegen ein Geländer gekracht bin. Ich hatte einen großen blauen Fleck und Kopfweh und dachte, das war‘s jetzt ... Aber dann ist es sich doch ausgegangen.

Aus dem Auto gefallen sind Sie zum Glück dann nicht ...

Nein, aber für das Hinauslehnen steckte ich die härteste Kritik an diesem Wochenende ein. Meine Frau meinte, ich wäre da ein schlechtes Vorbild für meine Kinder gewesen.

 

Alle Ergebnisse

In der heutigen OÖN-Ausgabe ist das Ergebnisheft des Oberbank-Linz-Donau-Marathons beigelegt. Auf 72 Seiten finden Sie die Resultate aller Laufbewerbe und zahlreiche Fotos.

Der 17. Linz-Marathon findet übrigens am 15. April 2018 statt.

 

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