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Warum Nahrungsergänzung nur die Spitze des Eisbergs ist

Äpfel, Bananen, Nüsse und Gemüse sollten für Sportler enge Freunde sein. Stattdessen sind es oft die roten, grünen, gelben, aber auch weißen Pillen.

Warum Nahrungsergänzung nur die Spitze des Eisbergs ist

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Ich bin und war nie ein Freund von vielen Nahrungsergänzungsmitteln, denn das, was ein gesund ernährter Mensch zum Leben und Sporteln braucht, kann er auch über die ausgewogene Ernährung zu sich nehmen. Die richtige Zusammensetzung der Makronährstoffe – also Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett – stellt die Basis dar, sie versorgen den Körper mit Energie. Hinzu kommen die ebenso lebensnotwendigen Mikronährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente, die allerdings keine Energie liefern.

Fehler bei der Versorgung durch Makronährstoffe können niemals durch extreme Zufuhr von Mikronährstoffen kompensiert werden. Klar, wenn jemand viel arbeitet, trainiert und somit wenig Zeit hat zu essen, bietet es sich an, schnell eine Tablette zu schlucken.

Sinn macht das in meinen Augen aber nur dann, wenn man weiß, was supplementiert werden soll. Mit einer Vollblutanalyse beim Arzt kann das relativ einfach festgestellt werden und viele werden sich wundern, wie wenig Vitamine und Mineralstoffe fehlen. Im Wort "Nahrungsergänzungsmittel" steckt schon das Wort "Ergänzung" drin, und mehr sollte es auch nicht sein. Vitamin C und Zink für das Immunsystem, Creatin gegen die Ermüdung, Jod für die Energieversorgung, Selen gegen freie Radikale, Magnesium und Kalzium gegen Krämpfe. Meist alles nicht notwendig! Einzige Ausnahme wird vermutlich Eisen sein. Der Eisenmangel ist unter Läufern, und hier vor allem bei den Frauen, sehr weit verbreitet. Dieser Mangel lässt sich aber nicht mit ein, zwei Pillen beseitigen. Eisenmangel auszugleichen braucht Zeit und ebenfalls die richtige Ernährung dazu. Auch hierbei ist das Gespräch mit dem Arzt oder Ernährungswissenschaftler zu suchen, um den Status zu optimieren.

Sie sehen schon, nicht nur aufs Training und die Regeneration kommt es an, nein auch auf den Treibstoff. Oder füllen Sie irgendetwas in den Tank ihres Autos? Wundermittel gibt es keine, denn wenn es sie gäbe, würden sie alle benutzen und wären bärenstark, pfeilschnell und blitzgescheit.

Günther Weidlinger ist ein ehemaliger Weltklasse-Läufer und hält den österreichischen Rekord über die 42,195 Kilometer (2:10,47 Stunden). Er bloggt regelmäßig für die OÖN zum Linz-Marathon 2016. Der Innviertler ist zudem Schirmherr der erfolgreichen Marathon-Aktion "Schule läuft".

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Artikel Günther Weidlinger 05. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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