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"Der Wettkampf ist nicht alles"

Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka über Kira Grünberg, Doping, Leistungsdruck.

"Der Wettkampf ist nicht alles"

Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka Bild: Reuters

Sergej Bubka (52) – Leichtathletik-Legende, erfolgreichster Stabhochspringer in der Geschichte, Olympiasieger 1988, zehnmaliger Weltmeister (inklusive Halle), 35 Weltrekorde, 43 Mal die Sechs-Meter-Marke überquert, Bestwert 6,15 Meter, Ukrainer mit Leib und Seele, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees und damit auch bei den Winter-Jugendspielen in Lillehammer zu Gast.

Interviews mit dem Bankpräsidenten, Vorsitzenden der IOC-Athletenkommission und ehemaligen Politiker, dessen Vermögen auf rund 350 Millionen US-Dollar geschätzt wird, gibt es nicht wie Sand am Meer. Für die österreichische Delegation (mit den OÖN an Bord) nahm sich "Sergej, der Große" dennoch 20 Minuten Zeit.

 

Bubka über ... das Schicksal der querschnittsgelähmten österreichischen Stabhochspringerin Kira Grünberg: "Es ist eine enttäuschende Situation, ich versuche – soweit das geht – psychologisch zu helfen. Ich bin glücklich, dass sie sich den Umständen entsprechend gut fühlt. Leider ist beim Stabhochsprung immer ein Risiko dabei – aber das gilt auch für viele andere Lagen des Lebens. Der Stab kann immer brechen, du kannst schlecht aufkommen, auch ich bin einmal neben der Matte gelandet. Wenn etwas schiefläuft, dann solltest du den Stab – solange es möglich ist – nie auslassen. Denn das gibt dir eine Chance zu agieren. Vieles in diesem Sport ist eine Frage des guten Coachings und der richtigen Technik."

... die Krise der Leichtathletik, die in einem Sumpf aus Vertuschung, Korruption und Doping steckt: "Es wird immer jemanden geben, der die Regeln verletzt. Das ist das Leben. Wer sich nicht daran hält, wird ausgeschlossen. Ob das für Russlands Leichtathletik mit Blickrichtung Olympia in Rio gilt, bleibt abzuwarten. Wir werden am 10./11. März neue Informationen erhalten. Doping ist ein globales Problem – das größte des Sports im 21. Jahrhundert. Das ist schwer in den Griff zu bekommen."

... die Bedeutung Olympischer Jugendspiele für 14- bis 18-jährige Talente: "In einer Zeit, in der die Welt brüchig ist, sind diese Kinder Botschafter des Friedens und der Werte. Ja, sie betreiben hier Sport, aber es kommt nicht nur auf die Ergebnisse an. Man soll unter 18-Jährige nie zwingen, erfolgreich zu sein. Dieser Druck wird früh genug kommen. Die Mädchen und Burschen nehmen hier etwas für das Leben mit. Den Respekt, das Miteinander – unabhängig von Sprache und Religion. Davon werden sie profitieren, auch für die Zeit nach dem Ende ihrer Karriere. Die olympische Bewegung ist einzigartig, es gibt hier keine Spannungen, das ist die besondere Kraft des Sports."

... Karriere-Tipps: "Glauben Sie, dass ich als Champion geboren wurde? Ich habe auch versagt, das ist doch ganz normal. Wenn mich junge Leute ansprechen – und ja, manche erkennen mich sogar –, wollen sie wissen, wie sie am besten mit Stress umgehen sollen. Ich sage dann: Der Wettkampf ist nicht alles, manchmal ist weniger mehr. Nehmt ein Buch in die Hand oder schaltet den Fernseher ein, damit lenkt ihr euch ab. Man muss die Dinge auch genießen können – Lillehammer ist einfach wunderbar. Auch für die Idole, die ihre Erfahrung weitergeben."

 

Olympic Youth Games

Halbzeit: Nach vier von acht Wettkampftagen bei den Jugend-Winterspielen in Lillehammer hat Österreichs olympische Sportfamilie sieben Medaillen (1 Gold, 2 Silber, 4 Bronze) auf der Habenseite. Das „jüngste“ Edelmetall ging auf das Konto der Eishockeyspielerin Theresa Schafzahl (15/Graz 99ers), die in der so genannten Skills Challenge (bestehend aus Tempo-lauf, Ziel- und Scharfschießen, Slalom, Passgenauigkeit und Puck-Kontrolle) Dritte wurde.

Hundertstelpech: Die rot-weiß-rote Alpin-Abteilung ist im ges-trigen Riesentorlauf in Hafjell nicht vom Glück verfolgt worden. Manuel Traninger schrammte nur um 6/100 an seiner dritten Medaille vorbei, zuvor hatte der 17-jährige Allrounder vom SC Gröbming Bronze im Super-G und Silber in der Kombination gewonnen. „Mit meinen Leistungen bin ich generell zufrieden, leider hab’ ich den ersten Durchgang verpatzt, das tut schon weh“, analysierte der Steirer.

„Superstar“: River Radamus ist Amerikas große Ski-Hoffnung. Der 18-Jährige hat schon dreimal Gold in Norwegen erobert.

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Artikel Alexander Zambarloukos aus Lillehammer 18. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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