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Dadic: "Meine Stärke ist, dass ich keine richtige Schwäche habe"

WELS. Nach EM-Silber im Fünfkampf: Ivona Dadic (23) aus Wels über die WM, das Training und den wöchentlichen Rapport beim Heer.

Dadic: "Meine Stärke ist, dass ich keine richtige Schwäche habe"

Bild: SEPA.Media

Die Fünfkämpferin bereitet sich nun auf die Weltmeisterschaft in London Anfang August vor.

 

Sie trainierten zwei Jahre in England mit Olympiasiegerin Jessica Ennis, seit 2015 sind Sie in St. Pölten. Was hat sich verändert?

Dadic: Ich habe in England viel gelernt, leider war ich durchgehend verletzt. Ich bereue es nicht, würde es aber nicht mehr machen. Der Trainingsplan war nicht auf mich abgestimmt: Ich trainierte mit Ennis, sie war 27, ich 18, das hat nicht gepasst. Sie war viel stärker, ich habe das nicht ausgehalten. Jetzt fühle ich mich am wohlsten.

Wie sieht ein Trainingstag aus?

Mittwochs stehe ich 7.30 Uhr auf, nach dem Frühstück fahre ich in die Südstadt. Von 9.30 bis 12.30 Uhr ist Hochsprungtraining, dann kurze Pause. Nachmittag Speerwurf-Training, dann habe ich eine Massage, bevor es zurückgeht. Jeder Tag hat einen anderen Schwerpunkt, ich trainiere 30 Stunden pro Woche.

Sind Sie Einzelkämpferin?

Ich trainiere als Mehrkämpferin alleine, die Kollegen sind Spezialisten in Einzeldisziplinen.

Fällt die Motivation schwer?

(lacht) Nicht wirklich, wenn man Ziele hat, muss man was tun. Ich habe nach der Medaille im Vorjahr (EM-Bronze im Siebenkampf, Amsterdam, Anm.) gesehen, dass ich vorne dabei sein kann, wenn ich mich ins Training voll reinhaue.

Was hat Sie bei der EM-Silbermedaille am meisten gefreut?

Die Hochsprungleistung – sieben Zentimeter höher als meine bisherige Bestmarke. Mit 187 cm bin ich weltweit unter den vier besten Mehrkampf-Hochspringerinnen.

Ist Ihnen der Fünf- oder Siebenkampf lieber?

Der Siebenkampf, weil Speer und 200-m-Lauf zwei Stärken sind.

Welche Disziplin gefällt Ihnen am wenigsten?

Die gibt es nicht mehr: Früher war es der Hürdenlauf, den habe ich gelernt – er taugt mir jetzt.

Bleiben Sie Mehrkämpferin?

Ja, weil meine Stärke ist, dass ich keine richtige Schwäche habe. Es gibt keine Disziplin, bei der ich viele Punkte verliere, die ich dann durch andere ausgleichen muss.

Werden Sie vom Sportland Österreich ausreichend gefördert?

Ja, wir haben ein neues System, erhalten Trainingslager, Arzt- und Physiokosten ersetzt. Als Heeressportlerin habe ich jeden Montag um 7.30 Uhr in Linz in Uniform Standeskontrolle (lächelt).

Ihre Chancen bei der WM?

Gehen einige Disziplinen auf, wäre was drinnen; aber das gilt auch für fünf, sechs andere Sportlerinnen.

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Artikel Friedrich M. Müller 21. März 2017 - 00:04 Uhr
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