Fragen Sie beim Einkaufen, ob Sie Prozente kriegen? Feilschen Sie? Fordern Sie Rabatt? Oder ist Ihnen das zu blöd? Unter Ihrer Würde? Es gibt Länder, in denen Handeln Volkssport ist, wo jeder Tauschhandel inbrünstig mit zünftiger Feilscherei betrieben wird. Preise sind unheimliche Wesen, ständig wachsen sie, verändern sich und bringen Jammer in die Welt. Je mehr man sich mit ihnen auseinandersetzt, desto weniger versteht man sie. Freundet man sich an mit ihnen, werden sie gleich eingebildet und laufen zu ihrer Mutter, einer Frau von Wirtschaft, die mit Wüste, Zinsfuß droht. Bankrott.
Und doch, man braucht sie. Jeder Mensch hat seinen Preis, jeder möchte teuer, unbezahlbar wie Cristiano Ronaldo sein. Die meisten Menschen freilich müssen sich mit Haut und Haar verkaufen und sind trotzdem nicht viel wert, ein zur Adoption verkaufter rumänischer Säugling etwa, asiatische Arbeits- oder Sexsklaven. Und auch wenn man zur Fremdenlegion geht oder sich der UNO als Zeitsoldat verkauft, bekommt man nicht besonders viel. Nicht einmal die Veräußerung aller Organe und Gliedmaßen bringt die Ronaldo-Millionen ein. Ist ein einzelner Fußballer wirklich so viel wert? Wirtschaftsmenschen und die letzten Champions-League-Ergebnisse sagen Ja.
Für David Beckham hat Real Madrid seinerzeit noch 25 Millionen bezahlt. Für Ronaldo schon fast das Vierfache. Die Preise explodieren. Wie die Wirtschaft auf den Umsatz ist der Fußball auf Spielerwechsel angewiesen. Zwar untergraben solche Transfers, die ehemalige Gegner in die eigene Mannschaft spülen, jede Identität, doch vergisst man eh zu schnell – und käuflich ist ja schließlich jeder. Nur, woher stammt eigentlich das Geld? Heute kostet schon jede bessere Nachwuchshoffnung so viel wie Beckham seinerzeit (vor sechs Jahren!) am Höhepunkt seiner Karriere. Trotz Wirtschaftskrise werden Vermögen in Spieler investiert. Verrückt? Noch sitzen in den Transferzeiten Spielermanager und Vereinsvertreter an Tischen in Luxushotels und verhandeln. Wie lange noch? Vielleicht gibt es auch im Fußball bald Teleshopping, Internetversteigerungen und virtuelle Aktionshäuser? Vermitteln solche Feilschereien doch kurzfristig das Gefühl, ein gutes Geschäft gemacht, die Preise, diese unheimlichen Wesen, überlistet zu haben. Wenigstens so lange, bis der Ersteigerte erste Mängel offenbart. Der Boom der Internetversteigerungen zeigt, wie sehr es auch bei uns eine Sehnsucht nach dem Volkssport Handeln gibt. Nur gut, dass sich zumindest im Fußball der Erfolg nicht kaufen lässt. Oder doch?