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Giants wiederholten die Erfolgsgeschichte

Die New England Patriots hatten eine Hand bereits an der Vince-Lombardy-Trophy, die es für den Sieg in der Super Bowl gibt. Doch wie vier Jahre zuvor rissen sie ihnen Eli Manning und seine New York Giants mit einem 21:17 noch aus der Hand.

Vielleicht hatte es der junge Mitarbeiter der Online-Abteilung der Giants schon geahnt, als er Samstagvormittag versehentlich seine Mannschaft auf der Startseite der Giants schon als Sieger des Endspiels der National Football League (NFL) feierte. Inklusive einem Link zu den Champion-Fanartikeln, die bei den New Yorkern nach dem Erfolg noch einmal richtig den Rubel rollen lassen werden.

In den ersten Minuten tat ihm vor allem Patriots-Spielmacher Tom Brady den Gefallen, damit er am Ende nicht völlig danebenlag mit seinem Fauxpas. Schon beim ersten Spielzug unterlief Brady ein vermeidbarer Fehler, der die Giants mit 2:0 in Führung brachte. Nur wenig später erhöhte Giants-Receiver Victor Cruz nach einem Anspiel von Eli Manning auf 9:0 (12.).

Danach gehörte das Lucas-Oil-Stadion in Indianapolis mit seinen 68.658 Zuschauern bis zur 34. Minute gänzlich Brady und seinen Teamkollegen. Zunächst verkürzte Kicker Stephen Gostkowski auf 3:9, dann brachte Danny Woodhead sein Team mit einem Touchdown 10:9 in Front.

Nach dem Seitenwechsel fand Brady Aaron Hernandez in der Endzone zum 17:9. Damit hatte aber Brady sein Pulver verschossen, und er musste hilflos mitansehen, wie ihm Manning zum zweiten Mal, wie schon im Endspiel 2008, den Rang ablief. 57 Sekunden vor Schluss lief Ahmad Bradshaw in die Endzone zum entscheidenden 21:17. Die Patriots hatten ihm den Touchdown geschenkt, um noch einmal in Ballbesitz zu kommen und in der letzten Minute ein Happy-End zu erzwingen. Dieser Plan ging aber nicht auf.

Während sich Manning im Heimstadion seines Bruders Peyton feiern und zum wertvollsten Spieler der Super Bowl küren lassen durfte, verbrachten die Patriots die folgenden Minuten mit dem harten Gang durch die wartende Journalistenmeute, um ihr erklären zu müssen, warum es nach 2008 auch 2012 gegen die Giants wieder nicht geklappt hat.

Trostpflaster für Brady

Kreidebleich verließ nach der Niederlage Patriots-Superstar Tom Brady die Umkleidekabine seiner Mannschaft. Mit gesenktem Haupt stellte er sich den Mikrophonen. Nur Augenblicke nachdem er die Kabine verlassen hatte, stürzte dann Ehefrau Gisèle Bündchen aus der Garderobe, um ihrem Gatten auf hochhackigen Schuhen hinterherzulaufen. Als er sie wenige Minuten später in die Arme nehmen konnte, hatte sich die Laune des unterlegenen Spielmachers deutlich verbessert.

Eine Seelenmassage von einem Topmodel – kein übler Trostpreis ...

Der schlimme Finger

Viele schauen sich die Super Bowl nur wegen der Halbzeit-Show an. Auch in Indianapolis wurde in der Pause einiges geboten. Pop-Ikone Madonna bewies, dass man mit 53 Jahren noch wie ein Wirbelwind über eine Showbühne fegen kann. Ihre „Arbeitskleidung“ war sehr freizügig, aber kein Anlass für einen Eklat. Diesen lieferte Madonnas Mitsängerin M.I.A., die den gestreckten Mittelfinger in die Kameras hielt. Amerika war entsetzt, der TV-Sender NBC entschuldigte sich.

Lindsey feierte mit

Eine riesige Super-Bowl-Party feierte das Football-Team der Innsbrucker Raiders. Mehr als 1000 Fans waren zum Hotel Grauer Bär gekommen, um das Match der New York Giants gegen die New England Patriots auf Großbild-Leinwänden zu verfolgen. Nicht ganz mitten unter den Fans, aber doch dabei war Ski-Ass Lindsey Vonn, die am Nachmittag noch beim Super-G in Garmisch-Partenkirchen (erfolglos, weil ausgeschieden) am Start war. „Eine gelungene Party“, ließ die 50-fache Weltcup-Siegerin den Journalisten ausrichten, um dann im VIP-Bereich zu verschwinden. Dort blieb die Olympia-Siegerin freilich auch nicht bis zum Ende der Partie: Sie verließ den Grauen Bär gegen ein Uhr in der Früh, also noch lange bevor der finale Touchdown erfolgt war. Vielleicht lag es auch daran, dass „mein Lieblingsteam nicht um die Super Bowl spielt“. Für Lindsey sprang ihre US-Teamkollegin Julia Mancuso ein. Sie kam später, dafür blieb sie angeblich umso länger.

Die Promi-Parade

In ist, wer drin(nen) ist: Wer einen VIP-Pass für die Super Bowl vorweisen kann, der hat es geschafft. Auch in Indianapolis waren nicht nur die Football-Helden die Stars auf dem Platz. Im „Infield“ und auf den besten Plätzen gab es die übliche Promi-Parade. Ex-Heidi-Klum-Gefährte Seal fiel als bestens gelaunter Hobby-Fotograf auf. Gesichtet wurde auch Pop-Star und Giants-Fan Katy Perry. Fotomodell Gisèle Bündchen musste ihren Ehemann, Patriots-Quarterback Tom Brady, trösten.

 

Neuer Quotenrekord

Der Super Bowl hat für einen neuen US-Einschaltquotenrekord gesorgt. Das Endspiel der NFL sahen nach Angaben des Senders NBC durchschnittlich 111,3 Millionen US-Amerikaner. Das sei der höchste Wert in der Geschichte des US-Fernsehens, teilte NBC am Montag mit. Im Vorjahr verfolgten das Ereignis 111 Millionen vor den TV-Geräten.

Wie immer war die Quote in der zweiten Hälfte deutlich höher: Da saßen dann bis zu 117 Millionen vor den Fernsehern, vor der Pause waren es "nur" 99 Millionen gewesen. Die spektakuläre Halbzeitshow von Madonna hatten 114 Millionen verfolgt.

Die Super Bowl garantiert jedes Jahr höchste Einschaltquoten. Entsprechend wird auch in jeder Ecke Werbung platziert, die zu Rekordpreisen verkauft wird. Laut "LA Times" waren es in diesem Jahr 3,5 Millionen Dollar (2,68 Mio. Euro) für einen 30-Sekunden-Spot.



 

 

 

Kommentare
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Artikel 07. Februar 2012 - 00:04 Uhr
Martin Derler aus Indianapolis
Bild vergrößern Giants wiederholten die Erfolgsgeschichte

Er war der wertvollste Spieler der Super Bowl: Giant-Quarterback Eli Manning.   Bild: Reuters

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