Sie hat jede Gegnerin überrundet, eine sogar zwei Mal. „Ich wollte wissen, ob das geht“, erzählt Anita Baierl über ihren 3000-m-Triumph in 9:47,03 Minuten in Steyr, der vergangenen Samstag bei den U23-Landesmeisterschaften Gold wert war. Gelingt der 22-jährigen Kremsmünsterin kommenden Samstag ein Sieg in Ried im Innkreis, darf sie sich auch U23-Staatsmeisterin nennen. Baierl hat heuer einen guten Lauf – in jedem Rennen über 3000, 5000 und 10.000 m stellte sie persönliche Bestzeit auf. „Mein Ziel ist weiterhin, meine Zeiten zu verbessern. Ich möchte einmal vom Sport leben können.“ Noch arbeitet sie 20 Stunden als Bürokauffrau. Dabei ist sie erst seit sechs Jahren auf dem Laufenden – als ihr das Laufband im Fitnessstudio ans Herz gewachsen war. „Zuvor hab’ ich nichts gemacht, war auch viel fort. Aber jetzt liebe ich den Sport.“ Ihre Eltern hätten eines Tages gesagt: „Jetzt renn’ doch mal einen Straßenlauf.“ Den hat sie gleich gewonnen.
Manch anderes Talent kommt beim Kinder-Zehnkampf auf den Geschmack. So sind am Samstag manche Sportsfreunde zerrissen: Während es in Ried um die U18- und U23-Staatsmeistertitel geht, eifern beim Intersport-Kinder-Zehnkampf 300 Sprösslinge um die Wette. Erstmals findet der Bewerb nicht im Gmundner, sondern Linzer Stadion statt. Ein Kunstrasen wird angefertigt – zur Freud’ der Fußballer, zum Leid der Leichtathleten. Kinder-Zehnkampf-Mitgründer Roland Werthner soll das trotz kurzfristiger Übersiedelung nicht aus der Bahn werfen: „Mehr als 60 Kinder, die in den letzten acht Jahren über diesen Wettkampf zur Leichtathletik gekommen sind, haben in der Zwischenzeit Medaillen bei österreichischen Meisterschaften errungen.“ (czm)
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