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Doping-Prozess: „OJ“ und eine Zentrifuge

WIEN. Es liest sich wie ein schlechter Krimi, was in den dicken Aktenordnern zum Doping-Prozess gegen Ex-Sportmanager Stefan Matschiner steht. Getäuscht und getrickst wurde auf höchstem Niveau.

Die erste Gerichtsverhandlung am Donnerstag brachte so manches Detail zutage. Etwa dass sich Matschiner als wissenschaftlicher Mitarbeiter der karitativen Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ ausgab, um eine Blutzentrifuge käuflich zu erwerben, die er dann zum Blut-Doping für Athleten wie Ex-Radsportler Bernhard Kohl oder Triathletin Lisa Hütthaler verwendete. Was Richterin Martina Spreitzer-Kropiunik sichtlich schockierte.

Die entsprechenden Geräte habe er zuerst von der Wiener Firma Humanplasma übernommen, die nach dem Doping-Skandal 2006 in Turin kalte Füße bekam. Er habe daher Anfang 2007 „alles, was bei Humanplasma herumgelegen ist, gekauft“. Der damalige Humanplasma-Geschäftsführer, Rudolf Meixner, habe ihn im weiteren Verlauf gebeten, die Blutzentrifuge zu vernichten, „weil ein Chip mit den Daten drinnen war“. Er habe das Gerät daher „in die Einzelteile zerlegt und über drei bis vier Wochen in verschiedenen Mistkübeln entsorgt“ und sich dann ein neues angeschafft, legte Matschiner dar. Er habe Blutdoping in Österreich aber nur betrieben, solange dies noch nicht strafbar war, beteuerte er.

Kohl behauptet dagegen, dass noch am 24. September 2008 – also fast zwei Monate nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes, das strafrechtliche Verfolgung für Blutdoping vorsieht – eine Bluttransfusion in einer Linzer Wohnung an ihm stattgefunden hätte. An besagtem Datum will Matschiner aber in Belgrad mit seinem Athleten Ernest Wiggins für Werbeaufnahmen gewesen sein. Die Ein- und Ausreisestempel in seinem Pass sollen beweisen, dass der Laakirchner in Serbien war. Die Richterin lässt den Pass nun kriminaltechnisch untersuchen.

Kohl hält dagegen: „Matschiner hat mich damals am Parkplatz in Ansfelden abgeholt. Ich habe die SIM-Karte auf Anraten von Matschiner aus meinem Handy gegeben, damit ich nicht rückverfolgt werden kann.“ Matschiner selbst will die Maschine zu diesem Zeitpunkt aber bereits längst ins sichere Ausland (Slowenien) geschafft haben.

Interessant ist auch ein kleines Detail der Auswertungsprotokolle der Soko Doping für 24. September. Vier Versuche fanden statt. Eingewählt hatte sich ein Bediener mit der ID „OJ“. Kohl bezweifelt aber eine Mehrtäter-Theorie. „Die Zentrifuge kann man nicht so einfach bedienen.“

Matschiners vor einem Jahr bei seiner Verhaftung beschlagnahmte Buchhaltung brachte ebenfalls Zweifelhaftes zutage. „Trainingsplan-Erstellung“ stand da etwa auf einer Rechnung, die an den früheren Kombinierer und heutigen Skispringer David Zauner ausgestellt wurde. Auch Bobpilot Wolfgang Stampfer, die ehemaligen Radsportler Christian Pfannberger (Dopingsperre), Gerrit Glomser, Michael Weiss und Roman Kratochvil aus dem Triathlon-Lager, Radsportler Josef Kugler (Dopingsperre) oder die Leichtathletin Bettina Müller-Weissina (Dopingsperre) scheinen dort auf.

Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

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Posting von Freddy178 · von CharlyRad (1) · 14.08.2010 10:40 Uhr

S.g. Hr. Freddy178 - zu ihrem Posting in der OÖ.Nachrichten-Sa.Ausgabe kann ich nur bemerken, dass in Österreich der Einsatz von unterstützenden Mitteln im Jugendbereich (wie von ihrem Neffen beschrieben) nicht üblich ist. Wenn er (der Neffe) das als 15-16 jähriger schon gebraucht hat, kann er kein - so wie sie es beschreiben - grosses Talent gewesen sein !
Klar - dieser Dopingsumpf ist schei.. aber trotzdem ein wenig bei der Realität bleiben !

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Trainingsplan · von wschooen (142) · 14.08.2010 08:51 Uhr

pssst!:http://tinyurl.com/33qgq2e

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Artikel 14. August 2010 - 00:04 Uhr
Von Dominik Feischl
Bild vergrößern Doping-Prozess: „OJ“ und eine Zentrifuge

Corpus delicti: die Matschiner-Blutzentrifuge  Bild: APA

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