Das Sittenbild: „Im Spitzensport regiert die Scheinheiligkeit, Doping gehört zum Tagesablauf wie das Frühstück.“ Der vollbärtige Matschiner verzog seine Miene nicht, als er zu Beginn Richterin Marina Spreitzer-Kropiunik wissen ließ, wie der Hase im Sport seiner Meinung nach läuft.
Die Anklage: Stefan Matschiner muss sich nach dem Antidopinggesetz und nach dem Arzneimittelgesetz verantworten. Der ehemalige Leichtathlet bekannte sich bedingt schuldig. Schuldig im Sinne der Weitergabe von Dopingsubstanzen an Sportler, unschuldig bei Blutdoping, das seit August 2008 in Österreich strafrechtlich verboten ist. Ja, er habe Sportler jahrelang mit Dopingsubstanzen versorgt. Für ihn wäre das aber nur Mittel zum Zweck gewesen, weil es alle täten und seine Sportler erfolgreicher werden würden. „Ich habe aber fast nichts dabei verdient. Der erste Sportler, mit dem ich wirklich was ernten hätte können, wäre Bernhard Kohl gewesen.“
Der Belastungszeuge: Kohls Aussagen widersprechen denen seines Ex-Managers teilweise. Er habe 50.000 bis 70.000 Euro in den Jahren 2005 bis 2007 an Matschiner für Dopingsubstanzen überwiesen, Matschiner selbst spricht von 12.000 Euro. Kohl belastete Matschiner schwer. Der Ex-Radprofi, 2008 bester Bergfahrer bei der Tour de France und dann des Dopings überführt, gab an, dass Matschiner nach Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes weiter Eigenblutdoping mit ihm in Österreich betrieben habe. Konkret am 24. September 2008. Während Matschiner die Bluttransfusionsmaschine da bereits längst nach Ungarn geschafft haben will – und damit rechtlich nicht belangt werden könnte – spricht Kohl von einem Treffen samt Transfusion in einer von Matschiner angemieteten Wohnung in Linz-Urfahr. Untermauert werden Kohls Aussagen von der „Soko Doping“, die vier Abnahmen für dieses Datum auf der sichergestellten Maschine feststellen konnte. Matschiner dagegen will sämtliche Bluttransfusionen nach dem August 2008 nur noch im Ausland getätigt haben. Warum ihm Kohl dann das alles vorhalte, wollte die Richterin wissen. „Vielleicht will er mir eins auswischen“, sagte der Laakirchner.
Die weiteren Zeugen: Ex-Skilangläufer Christian Hoffmann, der wegen Urlaubs bei der Verhandlung entschuldigt war, sei wie er selbst einer der Mitfinanziers der Blutzentrifuge gewesen, behauptet Kohl. Matschiner bezeichnet Hoffmann als guten Freund, mit der Zentrifuge habe der nichts zu tun. Zu Besuch könnte der Ex-Olympiasieger aber allemal in der besagten Wohnung in Linz gewesen sein. Behauptet zumindest Zeugin Berta G.. Sie hätte Hoffmann erkannt, als er ins Gebäude in der Pferdebahnpromenade marschierte. Der Mühlviertler wird auch zum nächsten Prozesstermin am 11. Oktober wieder eine Vorladung bekommen. Ebenso wie der Schweizer Radfahrer Markus Zberg.
Richterin Spreitzer-Kropiunik: „Wir haben noch ein großes Programm vor uns.“
auf Österreichs Straßen auch "ganz normal", trotzdem wird´s bestraft.
Nicht alles ist normal oder ok, nur weil es viele oder die Meisten machen
hat sich mit "Drogen" bereichert, und gehört daher genau so wie ein Drogendealer behandelt. Mit solchen Leuten wird Sport in den Dreck gezogen und das DARF NICHT SEIN.
Fußball ist der Beweis dafür, dass es auch ohne Doping geht ... Ein Bericht der ZDF hat das eindrucksvoll gezeigt, dass Fußball hier die Ausnahme ist mit ein paar anderen Randsportarten.
Hier ist nämlich das Können und das Talent der entscheidende Faktor!!!
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