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Matschiner: „Ich habe mit der ganzen Sache abgeschlossen“

WIEN. Am Donnerstag beginnt im Wiener Straflandesgericht der lang erwartete Prozess gegen den Laakirchner Stefan Matschiner. Er steht im Verdacht, Doping für mehrere Spitzensportler aus dem In- und Ausland organisiert zu haben. Der ehemalige Sportmanager stand den OÖN Rede und Antwort.

OÖN: Die Vorwürfe gegen Sie sind schwerwiegend, wie, glauben Sie, geht die Sache aus?

Matschiner: Ich kann es ganz ehrlich nicht sagen. Vom Strafantrag ist nicht wirklich viel übrig geblieben, ich bin sehr gespannt. Der politische Druck vor einem Jahr muss riesig auf die Soko Doping gewesen sein. Die haben alle in einen Topf gehaut.

OÖN: Fast eineinhalb Jahre, nachdem Sie in Untersuchungshaft gesessen haben, wird Ihnen nun erst der Prozess gemacht. War diese lange Zeit des Wartens angenehm? Ein Walter Mayer hat ebenfalls noch keinen Verhandlungstermin.

Matschiner: Auf keinen Fall. Ich werde deswegen auch nach Artikel 6 der Menschenrechtskommission beim Europäischen Gerichtshof klagen. Es ist schwierig, eine geregelte Arbeit zu finden, keine Bank gewährt dir einen Kredit. Es wundert mich nicht, wenn Leute, die ein labiles Umfeld haben, wieder krumme Dinge machen, wenn sie so lange im luftleeren Raum gelassen werden. Bei Mayer frage ich mich, ob der überhaupt vorgeführt werden kann.

OÖN: Erwarten Sie ein schnelles Urteil?

Matschiner: Das wird es nicht spielen. Nach meinen Informationen werden Hütthaler, Hoffmann, Rasmussen oder auch Zberg nicht erscheinen beim ersten Termin, weshalb sicher vertagt wird. Dabei wären das wichtige Zeugen. Doch das Gericht hat meines Wissens ja die Möglichkeit, diese vorführen zu lassen. Zumindest die Österreicher.

OÖN: Ihr Ex-Schützling, der Radsportler Bernhard Kohl, hat dagegen sein Kommen angekündigt. Haben Sie noch Kontakt mit ihm?

Matschiner: Nein. Er ist meiner Meinung nach aber noch was schuldig geblieben trotz seiner vielen Aussagen. Er hat noch mehr Wissen, und es wundert mich, dass er darüber bisher keine Auskunft gegeben hat. Aber es ist mir egal, ich schreibe sowieso ein Buch über alles.

OÖN: Wann wird dieses Werk erscheinen, es wurde ja bereits mehrmals angekündigt?

Matschiner: Ich rechne mit Jänner 2011.

OÖN: Haben Sie generell noch Kontakt zum Spitzensport?

Matschiner: Ich habe mit der ganzen Sache abgeschlossen, und es interessiert mich nur mehr peripher.

OÖN: Bei der Leichtathletik-EM in Barcelona sprach ein heimischer Betreuer vom „saubersten österreichischen Team seit vielen Jahren“. Verwundert Sie das?

Matschiner: Das mag ja durchaus sein. Aber man sollte sich dann auch die Platzierungen anschauen. Das war aus unserer Sicht eine Touristenveranstaltung. Ich glaube, jeder dürfte wissen heutzutage, was gespielt wird.

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wie in österreich üblich · von sonne-licht (1171) · 12.08.2010 09:38 Uhr

die verantwortlichen sportler werden
durch zeugenaussagen mit milden strafen abgefertigt bzw. das verfahren solange verschleppt bis es keinen mehr interessiert
was aus den menschen wird!

der sport in österreich wird zu grabe getragen! durch überheblichkeit der funktionäre und geldgier der sponsoren und
untätigkeit der justiz hart durchzugreifen!

(0)
Artikel 12. August 2010 - 00:04 Uhr
Von Dominik Feischl
Bild vergrößern Vertagung ist fast sicher

Stefan Matschiner steht heute vor Gericht. 

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