„Nach 20 Jahren wieder Gold bei Sommerspielen durch Sissy Theurer“ und „Die goldene Sissy lachte und weinte“ – so titelten die OÖNachrichten am Tag nach dem goldenen Ritt. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Der Druck fiel ab, die Hymne wird gespielt – das vergisst man nie“, erinnert sich die Achleitnerin.
Dabei wäre das Projekt Moskau 1980 fast gescheitert. Der heimische Reitsportverband hatte wegen des Einmarsches sowjetischer Truppen in Afghanistan anfangs beschlossen, wie andere westliche Länder keinen Reiter zu den Spielen zu entsenden. Dazu kamen Schwierigkeiten bei der Anreise. 52 lange Stunden mit dem Zug wollte ihr Trainer und späterer Ehemann Hans Max dem Pferd „Mon Cherie“ nicht zumuten. Da meldete sich ein gewisser Niki Lauda, der seine 44-sitzige Fokker für den Transport umbaute. Das Ross hatte seinen Platz unmittelbar hinter dem Piloten.
Am 1. August 1980 ritt Max-Theurer, die ein Jahr zuvor Europameisterin wurde, schließlich mit ihrem Pferd auf dem tiefen Boden der Olympia-Reitarena zur einzigen österreichischen Goldmedaille in Moskau. Die 24-Jährige hatte eine Durststrecke beendet. Den letzten rotweißroten Sieg bei Sommerspielen hatte Schütze Hubert Hammerer 1960 erzielt.
„Im Nachhinein hat dieser Tag nicht viel verändert. Ich habe so weitergelebt wie immer. Und der Rummel war auch nur in den ersten Jahren groß.“ Auf Trab wird Max-Theurer diesen Sonntag aber sein: Das Jubiläum wird mit Freunden gefeiert.
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