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Weiß glänzt golden: Lemaitres Feierabend beim 100-m-EM-Finale

Nun hat es die Leichtathletik-Welt schwarz auf weiß: Der Franzose Christophe Lemaitre bewies bei der EM in Barcelona nach 28 Jahren wieder, dass auch weiße Sprinter Gold holen können. Ryan Moseley lief um vier Hundertstel an einem historischen Abend für Österreich vorbei. Ein Feierabend wurde es trotzdem.

Die Uhr über dem antiken Eingangstor zum Olympiastadion von Barcelona zeigte 21.51 Uhr. Zehn Sekunden und elf Hundertstelsekunden später stand die Zeit kurz still. Für Christophe Lemaitre, den 20-jährigen Supersprinter aus Frankreich, der erst vor drei Wochen Geschichte schrieb. Da war er als erster Weißer unter zehn Sekunden geblieben. Nun ist er der erste weiße Europameister über 100 Meter seit 28 Jahren. Seit dem deutschen Frank Emmelmann. Doch der Sieg ist mehr als der einer Hautfarbe. Der große Geschlagene? Dwain Chambers, Ex-Dopingsünder, der sich mit Platz fünf begnügen musste. Seine Endzeit von 10,18 Sekunden wiesen auch die vor ihm Platzierten auf; mit der Tausendstel im Unterschied. Mark Lewis-Francis (Gbr) wurde Zweiter, Martial Mbandjock (Fra) Dritter.

Noch nie war in der EM-Geschichte ein Österreicher ins Finale gesprintet. Der Salzburger Ryan Moseley stand kurz davor. Sehr kurz sogar. Vier Hundertstelsekunden vermasselten dem Auswanderer von der Karibikinsel Barbados seinen historischen Abend. 10,27 Sekunden brauchte der 27-Jährige für seinen Kurzauftritt, der ihn als starker Neunter abtreten ließ. „Ich bin enttäuscht“, sagte Moseley, dem als Trost bleibt, als bisher einziger Österreicher neben Andreas Berger im Sprint-Semifinale gelaufen zu sein. Ein schwacher Trost? Vielleicht findet er heute über 200 Meter besseren. „Meine Beine sind noch frisch.“ Ein harter Arbeitstag erwartet auch Zehnkämpfer Roland Schwarzl: Nach vier Bewerben lag er gestern auf Platz 14.

Vojtas Sommermärchen

Kurz vor Lemaitres Sommermärchen war auch jenes vom 21-jährigen Wiener 1500-Meter-Läufer Andreas Vojta perfekt. „Kurz hab’ ich gebetet“, gestand er, doch dann leuchtete das Ergebnis seines Stoßgebets tatsächlich von der Anzeigentafel: Platz elf, 3:42,16 Minuten, der Einzug ins Finale am Freitag. „Ein Wahnsinn. Ich bin noch nie in einem solchen Weltklassefeld gelaufen, noch nie vor so einer Kulisse.“ Der Spanier Reyes Estevez gewann das Semifinale in 3:40,86, „unabsichtlich lag auch ich kurz in Führung. Als es von hinten ein paar Stoßer gab.“ Fröhlicher Nachsatz: „Die stärker sind, hol’ ich dann in ein paar Jahren ein.“

Kommentare
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Artikel 29. Juli 2010 - 00:04 Uhr
Von Marlies Czerny aus Barcelona
Bild vergrößern Weiß glänzt golden: Lemaitres großer Feierabend bei der EM

Christophe Lemaitre sprintete zum Titel in Barcelona. 

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