Seit Samstag vergangener Woche weilt Österreichs Tischtennis-Ass Liu Jia in ihrer alten Heimat China. Unter anderem auch, um ihren Tennisarm behandeln zu lassen. Die Weltklasse-Spielerin von Linz AG Froschberg trat die Reise mit dem guten Gefühl an, abseits der Tischtennisplatte erfolgreich gewesen zu sein: Jia hat den Hauptschul-Abschluss in Österreich nachgeholt und nun mit Bravour bestanden.
Weniger gute Nachrichten wird ihr Froschberg-Klubmanager Günther Renner überbringen, der kommende Woche mit dem Jugend-Nationalteam zum Training nach Peking fliegt. Die Europäische Tischtennis-Union (ETTU) hat der Damen-Champions-League eine Pause verordnet. Als Grund führt Präsident Stefano Bosi die weltweite Finanzkrise an.
Für Renner, dessen Team die Königsklasse im Vorjahr gewonnen hat und heuer erst im Finale scheiterte, ist das eine schlechte Ausrede: „Natürlich spielt das Geld eine Rolle. Aber die ETTU ist hauptschuldig an dem Desaster. Erstens sind die Auflagen, die sie an die Klubs stellte, übertrieben gewesen. Zweitens wurden Verbesserungsvorschläge von den Vereinen nicht einmal abgeschmettert, sondern einfach nur ignoriert. Da darf man sich nicht wundern, dass nur noch fünf Top-Teams an der Champions League teilnehmen wollten.“ Froschberg selbst zog sich am Ende auch zurück: „Weil das nur noch lächerlich ist, wenn eine Königsklasse mit so wenigen Teams gespielt wird.“
Weil auch nicht wie früher ein Landesmeister-Cup ausgespielt wird, tritt Froschberg nun im „normalen“ ETTU-Cup an: „Der hat auch seine Reize. Immerhin spielen hier bis zu 70 Vereine mit“, sagt Renner.
Dazu will er den Titel in der Superliga verteidigen: „Die ist heuer so stark wie noch nie. Nicht einmal die deutsche Bundesliga kommt an dieses Niveau heran.“ Auch deshalb, weil SVS Niederösterreich rund um die Ex-Linzerin Li Bing aufgerüstet hat. Froschberg bekommt damit erstmals echte Konkurrenz im eigenen Land. (viel)
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