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OÖN-Interview: „Die Stones wären in die Halle gekommen“

WELS. Christof Fichtner ist der „Vater“ der Austrian Snooker Open, die am Pfingstwochenende die Weltklasse in Wels versammelte. Der 45-Jährige konnte nach dem Finale zufrieden Bilanz ziehen.

OÖN: Warum schafft es Wels immer wieder, die Snooker-Weltklasse zu holen – das Preisgeld kann es ja nicht sein ...?

Fichtner: Wenn es nur ums Geld ginge, wären Top-Leute wie Neil Robertson, Ryan Day oder Shaun Murphy nicht da. Wels hat sich als Turnier etabliert, das die Leute mögen, weil das Rundherum passt und wir unseren Top-Spielern einfach jeden Wunsch von den Augen ablesen.

OÖN: Sind die Wünsche der Snooker-Millionäre recht anspruchsvoll?

Fichtner: Nein, ganz im Gegenteil, die Profis sind pflegeleichter als so manche Amateure.

OÖN: Wie sind Sie zum Snooker gekommen?

Fichtner: Ralf Pirka, mein damaliger Volleyball-Trainer, hat mir geraten, eine Sportart als Ausgleich zu betreiben. Ich hab‘ zuerst Billard gespielt und bin dann auf Snooker gekommen, weil mir Billard zu einfach geworden ist.

OÖN: Das Weltklasse-Turnier in Wels ist immer noch so etwas wie ein Insidertipp. Fühlen Sie sich als Prophet, der im eigenen Land nichts gilt?

Fichtner: In der Snooker-Szene kennt mich jeder, aber es ist schon schade, dass dieser Sport bei uns noch nicht so richtig populär ist. Uns fehlt ein Weltklasse-Spieler aus Österreich. Aber man merkt schon, dass sich was tut. In Österreich wird immer mehr Snooker gespielt, dieser Sport ist auf einem guten Weg.

OÖN: Wenn man das Austrian Snooker Open mit einem Tennis-Turnier vergleicht, welche Leute wären da nach Wels gekommen?

Fichtner: Alle Stars, von Federer, Nadal abwärts.

OÖN: So ein Starterfeld ist nicht mehr zu toppen – wie soll es mit dem Turnier in Wels weitergehen?

Fichtner: Im Moment sind wir alle sehr müde, die vergangenen eineinhalb Jahre haben viel Substanz gekostet. Momentan glaube ich, dass wir ein Jahr als Veranstalter aussetzen werden.

OÖN: War der AC/DC-Rummel eine große Belastung für das Snooker-Turnier?

Fichtner: Es war eine organisatorische Herausforderung, aber auch dank der Unterstützung durch die Stadt Wels hat alles sehr gut funktioniert.

OÖN: Wollte ein Snooker-Star zum AC/DC-Konzert gehen?

Fichtner: Nein, obwohl Weltmeister Neil Robertson die Leute von AC/DC persönlich kennt. Hätten die Stones in Wels gespielt, wären sie sicher zu uns in die Halle gekommen. Mick Jagger und Co. sind nämlich große Snooker-Fans.

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Artikel 25. Mai 2010 - 00:04 Uhr
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