ePaper  | iPad | 
Anmelden
 |  A A A

 
Dienstag, 7. Februar 2012, 09:43 Uhr Linz  -10°C ·  Wels  -10°C ·  mehr Wetter »
Sport  > Mehr Sport

Die Raubersg‘schicht

Die im offenen Brief der Firma Humanplasma an ÖOC-Präsident Karl Stoss genannten Fakten im Zusammenhang mit der Blutdoping-Affäre in Wien hatten die erwarteten Auswirkungen, nämlich gar keine.

Der als Humanplasma-Kunde enttarnte Ex-Rudertrainer Martin Kessler darf als Vorarlberger Sportreferent weiterarbeiten. Seine Erklärung, die Sportler hätten bei Humanplasma Blut gelassen, man habe das Blut später aber nicht mehr rückgeführt, hat als „Beweis“ für seine Unschuld genügt. Dass niemand auf die Idee kommt, die Angaben des Ex-Trainers zu prüfen, ist kurios. Man müsste ja nur die Sportler fragen. Die OÖN haben das gemacht – keiner wollte sich an eine „Blutspende“ bei Humanplasma erinnern. Warum haben die Burschen solche Erinnerungslücken, wenn ihr Trainer behauptet, der Humanplasma-Trip habe eh nichts mit Doping zu tun gehabt?

Fest steht, dass im österreichischen Sport systematisch Blutdoping betrieben wurde. Bei Humanplasma gingen zwischen 2003 und 2006 30 Sportler und Sportlerinnen ein und aus. Die Namen sind der Nationalen Anti-Doping-Agentur bekannt. Dort ist sicher niemand gedopt – man arbeitet in Superzeitlupe. Walter Mayer, Stefan Matschiner und Martin Kessler haben die Humanplasma-Besuche organisiert. Mayer und Matschiner waren in U-Haft, Kessler arbeitet immer noch mit politischer Rückendeckung als Sportchef Vorarlbergs.

Apropos Politik: Humanplasma-Manager erzählen von politischen Interventionen. Man sei im Jahr 2003 ersucht worden, im Sinne des österreichischen Sports – Stichwort „Chancengleichheit“ – die Blutabnahmen samt Lagerung durchzuführen. Auch diesen Hinweis will niemand ernsthaft prüfen. Vom damaligen Bundeskanzler und Sportminister Wolfgang Schüssel ist in diesem Zusammenhang nur ein Zitat überliefert: „Hörts ma auf mit dieser Raubersg‘schicht.“

Wir werden sicher nicht aufhören. (chz)

1
Ich kenne da auch einen Spruch... · von DaZorg (185) · 06.03.2010 10:59 Uhr

Wollts Medaillien, oder wollts Dopingsskandale?

(0)
Artikel 06. März 2010 - 00:04 Uhr
Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

Bitte beachten Sie die Forumsregeln


  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 8 + 2? : 


Meistgelesene Artikel   mehr »