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Doping: Rudern im Sumpf

Ein etwas eigenwilliger Vorstoß des neuen ÖOC-Präsidenten hat jetzt ungeahnte Auswirkungen. Die Firma „Humanplasma“ veröffentlichte gestern Namen der Drahtzieher in Sachen Blut-Doping. Zu den bereits bekannten Hintermännern Walter Mayer und Stefan Matschiner kommt nun auch Ex-Ruder-Nationaltrainer Martin Kessler, inzwischen Sportkoordinator des Landes Vorarlberg, dazu. Er soll von 2003 bis 2006 ein Kunde der Wiener Blutbank gewesen sein.

„Im Zeitraum von Ende 2003 bis Anfang 2006 haben die drei genannten Personen (Walter Mayer, Martin Kessler und Stefan Matschiner) – und NUR diese – insgesamt für etwa 30 Sportler Blutabnahmen bei Humanplasma organisiert. Diese Organisation umfasste insbesondere die Vereinbarung und Koordination von Terminen, die Begleitung der Sportler zu den Blutabnahmen sowie die Abholung der Konzentrate für die spätere Rücktransfusion vor Wettkämpfen.“

Diese Meldung verpackte „Humanplasma“ gestern in einen offenen Brief an ÖOC-Präsident Karl Stoss, der in einem Interview mit einem deutschen TV-Sender gesagt hatte, dass auch zahlreiche deutsche Sportler auf einer „Humanplasma“-Liste zu finden seien. Diese Aussage weist die Wiener Blutbank zurück. Die Vorfälle seien eine Sache des österreichischen Sports, Humanplasma hätte den Behörden alle Namen bekannt gegeben.

„Wenn Sie als Präsident des Österreichischen Olympischen Comités den Eindruck erwecken, Blutdoping oder Doping in Österreich lasse sich auf das Stichwort „Humanplasma“ reduzieren, dann werden Sie Ihrer Verantwortung für die Bewältigung der österreichischen Doping-Vergangenheit nicht gerecht“, heißt es weiter im offenen Brief.

Kessler, der bis 2005 Nationaltrainer war und die größten Erfolge in der Geschichte des Ruderverbandes erzielte – er holte WM-Gold, WM-Bronze und Weltcupgesamtsiege – gab gestern zwar zu, bei Humanplasma gewesen zu sein, mit Doping wollte er aber nichts zu tun haben. Man habe nur Blut abgenommen, dieses aber später nicht mehr rückgeführt.

Ganz schlecht ist die Optik bei der heimischen Anti-Doping-Agentur NADA. Sie kennt die Kundenliste von Humanplasma und tut so gut wie nichts. Eine österreichische Lösung.

Den gesamten offenen Brief der Firma Humanplasma können Sie hier nachlesen:

1
Sumpf · von Bergonzi (1472) · 03.03.2010 16:11 Uhr

alle müssen doppen, nicht umsonst gibt es kontrollfreie Spiele wie zuletzt in Vancouver!!

(0)
2
Rudern · von unbekannt (1) · 03.03.2010 10:33 Uhr

Im Prinzip egal was der erfolgreiche Trainer Kessler jetzt dazu sagt, wa bleibt ist ein übler Nachgeschmack-leider !

(0)
Artikel 03. März 2010 - 00:04 Uhr
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Bild: oön

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