New-Orleans-Quarterback Brees (li.) und Trainer Payton mit dem Objekt der Begierde. Bild: Reuters
Die Spuren der Verwüstung sind in New Orleans nach wie vor zu sehen, der Schmerz der Bewohner noch immer spürbar. Doch am Sonntagabend machten die Footballer vieles vergessen. „Wir wussten, dass wir eine ganze Stadt, vielleicht ein ganzes Land hinter uns haben. Es war Schicksal“, meinte Quarterback Drew Brees, der nach der Partie zum „MVP“ (wertvollster Spieler) gewählt wurde. Der Texaner war 2006 zu den Saints gekommen. Damals waren die Saints das zweitschlechteste Team der Liga – spätestens seit Sonntag sind sie der Stolz der ganzen Region.
Den rund 40.000 Saints-Fans im Sun-Life-Stadion blieb aber nach dem ersten Viertel des Spiels ihr Schlachtruf „Who Dat“ noch im Hals stecken. Die Colts lagen nach einem Field Goal von Matt Stover und einem Touchdown-Pass von Quarterback Peyton Manning auf Pierre Garcon nach 15 Minuten schon mit 10:0 in Front. Selbst nach zwei erfolgreichen Field Goals von Saints-Kicker Garrett Hartley zum 6:10-Halbzeitstand war die Welt der Saints nicht in Ordnung.
Erst mit dem Start der zweiten Halbzeit übernahmen Brees und Co. das Kommando. Mit zwei Touchdown-Pässen auf Pierre Thomas und Jeremy Shockey brachte Brees New Orleans bis fünf Minuten vor Schluss mit 24:17 in Front.
Entscheidender Fehler
Seinem Gegenüber bei den Colts, Peyton Manning, unterlief im gesamten Spiel nur ein Fehler. Dieser passierte drei Minuten vor dem Ende, war aber entscheidend. Sein Passversuch auf Mitspieler Reggie Wayne wurde von Saints-Cornerback Tracy Porter abgefangen und über 74 Yards zum Touchdown zurückgetragen. Mit dem 31:17 stand der erste Sieg der Saints in der Super-Bowl-Geschichte fest.
Noch im Konfetti-Regen begann für Brees und seine Teamkollegen die Siegesfeier. Mit ihnen jubelten prominente Gäste am Spielfeldrand. Schauspieler Brad Pitt feierte hemmungslos mit Ehefrau Angelina Jolie: von Ehekrise keine Spur. Tom Cruise hielt Gattin Katie Holmes fest umschlungen und lachte ebenso wie Schauspieler Ashton Kutcher mit seiner Demi Moore. Im French Quarter in New Orleans wurde getanzt, getrunken, gelacht und vor Freude geweint. Das Fest dürfte noch mehrere Wochen dauern.