Helge Gödecke schrie sich am Beckenrand im Foro Italico in Rom die Seele aus dem Leib. Das macht er immer, wenn seine Schwimmer im Einsatz sind. In Rom wurde der Lautsprecher, der auch auf den Beinamen „Glatze Gnadenlos“ hört, leiser. Zwei nationale Rekorde von Jördis Steinegger, einer von David Brandl – die Erwartungen vor der Weltmeisterschaft waren bei der sonst so starken Abordnung aus Oberösterreich groß, nachdem es in den Jahren zuvor immer steil bergauf gegangen war. So zeigte sich Gödecke am Ende der WM unzufrieden: „Ein paar Rekorde hätten es schon mehr sein dürfen.“ Längst hat der gebürtige Bochumer mit der Fehlersuche begonnen. Ein erster möglicher Ansatz, dass ein Virus Top-Leistungen vom zweifachen Olympia-Starter Dominik Koll verhinderte, erwies sich als falsch. Ein Blut-Check zeigte, dass der 24-Jährige gesund war. Gleichzeitig fiel auf, dass Brandl, Koll, Nina Dittrich und Dominik Dür nur in deren jeweils ersten Bewerben (wenn überhaupt) überzeugen konnten. Gödecke: „Das heißt also, dass bei uns in der Vorbereitung etwas nicht gut gelaufen ist. Meine Leute waren zu wenig frisch, da wir seit Dezember durchtrainiert haben.“ Das soll sich ändern. „Glatze Gnadenlos“ räumt seinen Sportlern mehr Freiheiten als in der Vergangenheit ein: „Erstens werden wir nach der Staatsmeisterschaft eine zweiwöchige Pause machen, dann sind wir wieder frisch für das Training. Und auch sonst werden wir mehr Wettkämpfe machen.“
Auch Gödecke selbst braucht Abstand: „In den letzten Jahren habe ich einen Tag Urlaub gehabt.“ Damit ist Schluss, er fliegt auf die Malediven. Dort kann man wunderbar in die Tiefe tauchen.