Für Victoria Max-Theurer kommt Doping bei ihren Pferden nicht in Frage. (OÖN/Rzepa) Bild: OÖN
OÖN: Der Reitsport ist zuletzt mit Doping in die Schlagzeiten geraten. Wie geht es Ihnen damit?
Max-Theurer: Es ist unschön, weil das Reiten schon mit dem Radsport verglichen wird. Das soll nicht abwertend klingen, aber die Häufung von positiven Fällen wirft ein schlechtes Licht auf den Dressursport, der, im Gegensatz zu anderen Sportarten, bei denen es auf Ausdauer ankommt, nicht prädestiniert für Doping ist.
OÖN: Ist Doping im Reitsport demnach notwendig?
Max-Theurer: Mit einer vernünftigen Einstellung lehnt man es ab, ein verletztes Pferd, das man nur mit Medikamenten fit bekommt, starten zu lassen.
OÖN: Sie sprechen sich also gegen Doping aus.
Max-Theurer: Man muss im Reitsport zwischen Doping und Medikation unterscheiden. Es gibt leistungssteigernde Mittel, die man nicht verabreichen darf, und Mittel, die ein Pferd aus gesundheitlichen Gründen braucht. Haben diese Medikamente bis zum Turnier keine Wirkung mehr, spricht nichts gegen einen Start, auch wenn noch Spuren der Mittel nachweisbar sind. Grenzwerte dafür müssen erst definiert werden. Wir lassen unsere Pferde generell nur starten, wenn sie keine Medikamente brauchen.
OÖN: Auch bei einem Turnier wie in Aachen?
Max-Theurer: Wenn ich meinem Pferd helfen muss, dann verzichte ich auf ein Turnier im Interesse des Pferdes. Ich red aber leicht, weil ich in der angenehmen Lage bin, nicht vom Sport leben zu müssen.
OÖN: Welchen Schaden nimmt der Reitsport durch diese Dopingfälle?
Max-Theurer: Es ist ungewohnt, wenn in Aachen plötzlich eine Reiterin wie Isabel Werth fehlt. Die ganze Geschichte ist natürlich für das Fernsehen oder für Sponsoren alles andere als zuträglich.
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