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World Games: Das bunte Treiben im Hinterhof der Olympischen Spiele

BRESLAU. Von Frisbee bis Sumoringen: Die große Bühne der nicht-olympischen Sportarten eröffnet.

Alisa Buchinger Bild: (APA/HANNES DRAXLER)

Dabei sein ist alles. In Bezug auf die Teilnehmer der World Games müsste das allseits bekannte olympische Motto jedoch „Dabei sein wäre alles“ heißen. Denn das gestern in Breslau eröffnete Multisportevent bietet die Bühne für all jene, deren Passion nicht den Sprung ins zuletzt 28 Sommersportarten umfassende olympische Programm geschafft hat. Das bei der zehnten Auflage angebotene „Potpourri“ ist ein breit gefächertes, reicht vom hierzulande beinah unbekannten Korfball, einer in den Niederlanden entwickelten Version von Basketball, über das seit 1920 nicht mehr olympische Tauziehen bis hin zum Rollschuhkunstlauf. 37 Sportarten zählt es insgesamt.

44 Athleten aus Österreich

Von den rund 4000 Teilnehmern aus 100 Nationen kommen 44 aus der Alpenrepublik. Als heiße Medaillentipps gelten unter anderem die Karate-Asse Alisa Buchinger und Bettina Plank. Erstere schrieb im Vorjahr mit ihrem WM-Titel in Linz Schlagzeilen. „Die World Games sind ein Vorgeschmack auf die Olympischen Spiele 2020“, verweist das Duo darauf, dass Karate genauso wie Klettern die Olympia-Aufnahme geglückt ist.

„Die Trauben hängen in Breslau aber sehr hoch“, warnt ÖKB-Generalsekretär Ewald Roth vor zu großen Erwartungen. Mit nur acht Startern pro Klasse gilt das Teilnehmerfeld als äußerst erlesen.

Die größte oberösterreichische Abordnung stellt die Faustball-Auswahl dar, in welche Teamchef Martin Weiß ausschließlich Oberösterreicher berief. „Wir wollen um den Titel mitspielen“, gibt sich der Coach trotz der Kaderverjüngung kämpferisch. Das dabei größte Hindernis ist Dauerrivale Deutschland, der aktuell alle wichtigen internationalen Trophäen hält. Bereits im morgigen zweiten Vorrundenmatch (16.30 Uhr) wartet der große Nachbar. „Ich denke, dass der Abstand zu Deutschland schon noch enorm ist“, sagt Weiß.

Wegen eines verletzungsbedingten Ausfalls rutschte der Bad Ischler Bogenschütze August Kerschbacher noch in das Aufgebot. Zwar ist der Bogensport an sich olympisch, allerdings nicht das Feldbogenschießen, welches der 56-Jährige ausübt. In nicht-olympischen Disziplinen starten mit Gymnastin Nicol Ruprecht oder Ruderin Magdalena Lobnig in Breslau auch Athleten, die 2016 in Rio dabei waren.

 

World Games: Besonderheiten

Seit 1981 werden die World Games alle vier Jahre vom Int. Verband für Weltspiele (IWGA) ausgetragen. Im Programm sind Sportarten bzw. Disziplinen, welche zwar recht weltweit verbreitet sind, aber keinen olympischen Status genießen. Im Gegensatz zu den Olympia werden bestehende Wettkampfstätten verwendet. Im Falle von Neubauten muss eine nachhaltige Nutzung gewährleistet sein. Anstelle eines Athletendorfes werden die Sportler in Breslau auf zwei Uni-Campus untergebracht.

 

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Artikel Reinhold Pühringer 21. Juli 2017 - 08:04 Uhr
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