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Red Bull Stratos: Milliardenhoher Werbewert

FUSCHL. Das Red-Bull-Stratos-Projekt ist nicht nur ein sportliches Spektakel. Dietrich Mateschitz’ Getränkekonzern darf sich über einen Werbewert freuen, der selbst in der Marketingfabrik am Fuschlsee bisher unerreichte Höhen erklimmt.

Red Bull bewegt sich dabei in Dimensionen, die sonst nur von Olympischen Spielen oder Fußball-Weltmeisterschaften erreicht werden. Die 50 Millionen Euro (15 Millionen Euro betragen die Aufwendungen für das Team, 35 Millionen jene für die Ausrüstung), die sich die Salzburger den Lebenstraum des Felix Baumgartner kosten lassen, sind eine Kleinigkeit im Vergleich zum Werbewert, der durch die mediale Aufmerksamkeit generiert wird.

Gerechnet wurde mit 1,8 Milliarden eingeschalteten TV-Geräten und einer Milliarde Verbindungen zur Live-Übertragung im Internet. Zuletzt wurden Vergleiche zum Neujahrskonzert der Philharmoniker gezogen, das gegenüber dem Stratos-Projekt wie eine Provinzveranstaltung wirkt. Der Werbewert des Neujahrskonzerts wird bei einer Reichweite von 150 Millionen Haushalten auf 450 Millionen Euro geschätzt. Hochgerechnet auf Stratos wären das mehr als acht Milliarden Euro.

„Leidenschaft hat keinen Preis“

Dass Felix Baumgartner sagen darf, Abenteuer und Leidenschaft hätten keinen Preis, ist angesichts dieser Zahlen kein Wunder. Red Bull sieht es seinem Ausnahmeathleten auch nach, dass er es abgelehnt hat, beim Aufstieg den Werbespruch „Willkommen in meiner Welt – der Welt von Red Bull“ aufzusagen. Das wird man in Fuschl insofern gelassen sehen, als Baumgartner immerhin die Aufmerksamkeit der Welt auf den süßen Saft aus der silber-blauen Dose gelenkt hat.

Das kommt Red Bull entgegen, denn das Unternehmen hat 2011 zwar 11,4 Prozent mehr Dosen verkauft, doch immer noch wird von den 4,25 Milliarden Euro Jahresumsatz mehr als die Hälfte (2,3 Milliarden) in Österreich generiert. Außerhalb der Landesgrenzen hat der Konzern noch reichlich Luft nach oben.

Damit auch im Ausland das Geschäft angekurbelt wird, werden pro Jahr etwa 1,4 Milliarden Euro für Marketingaktivitäten ausgegeben. Angesichts dieses Betrages erscheinen die Kosten für Baumgartners Stratos-Sprung beinahe wie ein Griff in Dietrich Mateschitz’ Kaffeekassa. (stef)

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Artikel 10. Oktober 2012 - 00:04 Uhr
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