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Judo: Filzmosers schwerer Kampf

ISTANBUL. „Claudia ist überall. Im Training, im Zimmer, in jeder Erinnerung.“ Sabrina Filzmoser, eine der besten Freundinnen der verstorbenen Claudia Heill, steht bei der heute in Istanbul beginnenden EM vor einem ihrer schwersten Kämpfe.

Judo: Filzmosers schwerer Kampf

Bei der heute in Istanbul beginnenden EM will Sabrina Filzmoser für ihre verstorbene Freundin Claudia Heill kämpfen. Bild: GEPA pictures

22 Tage nach dem unerklärlichen Tod der Olympia-Silbermedaillen-Gewinnerin ist die Europameisterschaft für Österreichs Judo-Asse eine Nebensache. „Sabrina und Claudia waren wie Schwestern“, weiß Willi Reizelsdorfer, Vereinstrainer von Filzmosers Klub Multikraft Wels. Ganze zehn Jahre lang (1999 bis 2008) trainierten die Thalheimerin und Heill miteinander, reisten durch die Welt und feierten unzählige große Erfolge. „Wir haben uns sehr gut ergänzt und voneinander profitiert“, sagt Filzmoser.

Doch von einem Tag auf den anderen war alles anders und vorbei. Am Dienstag war das Begräbnis der erst 29-jährigen Wienerin, unmittelbar danach stiegen Filzmoser und die zweite österreichische Medaillenhoffnung, der Salzburger Ludwig Paischer, betroffen und traurig in das Flugzeug Richtung Istanbul: „Seit der Ankunft ist etwas Ruhe in mir eingekehrt. Ich fühle mich nicht mehr absolut bodenlos und versuche zu akzeptieren. Meine Teamkollegen und Udo (Quellmalz, der Teamtrainer, Anm.) helfen mir sehr.“

Und doch stellt sich die Frage, wie Filzmoser nach dem Schock auf der EM-Matte auftreten wird. „So etwas kann man nicht ausblenden“, ist sich ihr Entdecker Reizelsdorfer sicher. Und Filzmoser sagt: „Ich bin noch nie vor so einer schwierigen emotionalen Situation gestanden. Ich werde versuchen, mein Bestes zu geben – und für Claudia kämpfen. Gelingt mir eine Medaille, werde ich sie ihr widmen.“

Doch nicht nur die psychische Belastung ist groß. Filzmoser hat seit Jänner keinen Kampf mehr bestritten, nachdem sie sich den Mittelhandknochen gebrochen hatte. Dazu kommt, dass die starken Judo-Nationen nicht mehr wie bisher eine, sondern zwei Kämpferinnen pro Gewichtsklasse antreten lassen dürfen. Die Konkurrenz wird daher noch stärker, der Weg auf das Podest noch schwerer.

Neben Filzmoser (Klasse bis 57 Kilo) steht heute auch schon Ludwig Paischer (bis 60 Kilo) auf der EM-Matte. Der Mühlviertler UJZ-Kämpfer Peter Scharinger kommt am Freitag in der Klasse bis 73 Kilogramm zum Einsatz.

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Artikel Roland Vielhaber 21. April 2011 - 00:04 Uhr
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