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Jördis Steinegger: Ein Schwimm-Model streicht bis Olympia alle freien Tage

LINZ. Jördis Steinegger ist „Model“ und nun auch Instruktorin – was zählt, ist aber die Vorbereitung auf London.

Jördis Steinegger: Ein Schwimm-Model streicht bis Olympia alle freien Tage

Steinegger macht auch abseits des Schwimmbeckens gute Figur. Bild: Volker Weihbold

Montag, 5.45 Uhr in der Früh, bei Jördis Steinegger und ihrem Freund und Schwimm-Landestrainer Marco Wolf: In der gemeinsamen Wohnung nur wenige Meter vom Linzer Olympia-Zentrum entfernt läutet der Wecker. Tagwache, denn eine Stunde später stürzt sich die 29-jährige Lagen-Spezialistin bereits in die Fluten des 50-Meter-Beckens auf der Gugl, um ihre Bahnen zu ziehen. Oft mit einem Tempo, dass einem schon beim Zuschauen der Atem geraubt wird. Für Österreichs derzeit beste Schwimmerin ist es jedoch nur der Beginn eines weiteren arbeitsreichen Tages.

Bis zu vier Trainingseinheiten (zwei zu je zwei Stunden im Wasser, zwei zu Lande) stehen täglich auf dem Programm, dazu gibt es regenerative Einheiten wie eine Massage um die Mittagszeit. Die „Arbeit“ endet schlussendlich gegen 18 Uhr. Schon drei Stunden später ist laut „Trainingsplan“ Ruhe angesagt. Wobei das Wort „schon“ trügerisch ist. Denn oft genug kommt es vor, dass die Schwimmerin vom ASV Raiffeisen Linz vor neun Uhr abends erschöpft w.o. gibt und die Äuglein schließt. Aber die vielfache österreichische Meisterin hat sich eben ein großes Ziel gesetzt: Sie will bei den Olympischen Spielen Wellen in London schlagen.

Der jüngste Coup auf dem Weg in die englische Metropole: Sogar die „Sonntagsruhe“, die Steinegger in der Vergangenheit noch einhielt, wurde für das große Ringen im olympischen Becken in London gestrichen. Die kommenden 129 Tage (und damit auch 18 Wochenenden) bis zur Eröffnung soll Steinegger zumindest einmal täglich mit ihrem Element, das ihr so viel gibt, in Kontakt kommen. Manchmal intensiver, manchmal entspannter, je nach Stand der Vorbereitungsphase.

Gefühlssache

„Es ist das Gefühl im Wasser, das so wichtig ist“, begründet Freund Marco diesen Schritt. Der Landestrainer hatte seinen „Goldfisch“, der schon unzählige nationale Titel gewonnen hat und zuletzt EM-Achter in Istanbul wurde, auch abseits des Beckens „fit“ gemacht. Steinegger absolvierte gemeinsam mit Mirna Jukic und ihrem Trainingskollegen Dominik Dür auf der Bundes-Sportakademie in Linz die Prüfung zum Schwimm-Instruktor. „Jetzt kann ich noch mehr mit dem Marco diskutieren“, sagt Steinegger mit einem Augenzwinkern zu ihrem Freund. Schließlich hat sie den Kurs vergangene Woche mit lauter „Sehr gut“ abgeschlossen. Das schreit nach einer Belohnung. Wie treffend ist es da, dass Steinegger nun auch Testimonial des Mode-Labels Escada ist. Bei der Jubiläumsfeier des Casinos in Linz war erst kürzlich zu sehen, dass sie auch dabei beste Figur macht.

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Artikel 20. März 2012 - 00:04 Uhr
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