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Doping: ÖLV fordert Verfahren gegen Graf

WIEN. Was lief mit der Ex-Weltklasse-Leichtathletin Stephanie Graf und der Wiener Blutbank Humanplasma? Die Kärntnerin gab zwar Besuche zu, will das Blut aber nur gespendet haben. Der österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) fordert nun ein Verfahren.

Doping: ÖLV fordert Verfahren gegen Graf

Eine Leichtathletin sieht rot – der Blutbank-Skandal könnte sie nun einholen. Bild: APA

Im heimischen Verband kehren neue Besen. Wurden die schon seit Jahren schwebenden Doping-Gerüchte um Graf – für sie gilt die Unschuldsvermutung – nur achselzuckend zur Kenntnis genommen, scheint der neue Generalsekretär Helmut Baudis an einer schärferen Gangart gegen das ehemalige Aushängeschild interessiert. Kein Wunder, ist Baudis doch auch Anti-Doping-Beauftragter des Verbandes.

Baudis forderte gestern im Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ ein Dopingverfahren gegen Graf. Die 36-Jährige hatte im November erklärt, dass sie sich bei Humanplasma Blut hatte abnehmen lassen, das Blut aber nicht refundiert zu haben.

Ähnliches tischte auch der ehemalige Ruder-Nationaltrainer Martin Kessler auf, als ihn die Soko Doping vor wenigen Wochen zu den Besuchen seiner Sportler in der Blutbank befragte. Ob das allein für ein Doping-Verfahren reicht, prüft die Nationale Anti-Doping-Agentur momentan. Baudis beruft sich auf das Anti-Doping-Gesetz. Laut diesem sei bereits der Versuch des Dopings als Verstoß gegen die Bestimmungen zu werten.

Bei den Ruderern erhöhte sich diese Woche die Schlagzahl. Mehrere Ex-Athleten, darunter Oberösterreicher, wurden von der Soko einvernommen. Laut gut informierten Quellen soll einer bereits zugegeben haben, was Kessler und auch Graf bisher verneinten.

Besuche am Sonntag

Kesslers Begründung, man habe das Blut abgenommen, um mit der Blutneubildung eine Leistungssteigerung zu erreichen, wird von Experten als Schwachsinn abgetan. Dazu erscheinen die sonntäglichen Besuche der Athleten rätselhaft. Humanplasma wäre die erste Blutbank, die auch am Feiertag ihre Pforten geöffnet hätte. Für einige Spitzensportler dürfte das aber der Fall gewesen sein. (fei)

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Artikel 26. März 2010 - 00:04 Uhr
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