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Der heimliche Olympia-Sieger

Der heimliche Olympia-Sieger

Ideen-Lieferant Johann Rosenzopf Bild: privat

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Comités (IOC), ist ein mächtiger Mann, der weltweit wie das Oberhaupt eines bedeutenden Staates hofiert wird. Nur ein 71-jähriger Kärntner wollte sich nicht ehrfürchtig vor dem Belgier verbeugen und bot ihm die Stirn. Jetzt bekam er Recht und kann erhobenen Hauptes eine schöne Urkunde vorzeigen. Aber alles der Reihe nach.

Vor zwölf Jahren wurde der pensionierte Klagenfurter Beamte Johann Rosenzopf von einem olympischen Gedanken durchströmt. Der sportbegeisterte Nach- und Vordenker hatte die Idee, olympische Jugendspiele ins Leben zu rufen. Er taufte seinen Geistesblitz JUNOL (Junior Olympics) und ließ sich beim Patentamt das Urheberrecht schützen.

Es folgte ein reger Gedankenaustausch mit den Herren der Ringe: Rosenzopf sprach beim Österreichischen Olympischen Comité vor, verfolgte den damaligen IOC-Imperator Juan Antonio Samaranch mit seinem Gedankengang und setzte dessen Nachfolger Jacques Rogge später auch den JUNOL-Floh ins Ohr. Er rannte bei den Herren des Olymps jedoch keine offenen Türen ein, sondern rannte gegen ein massives Mauerwerk. Der Sportkalender sei zu voll, ein Nachwuchs-Event dieser Dimension könne beim besten Willen nicht realisiert werden. Diese Argumente bekam der Visionär vom Wörthersee Anfang Februar 2002 schriftlich aus dem IOC-Hauptquartier mitgeteilt. Was Herrn Rosenzopf nicht davon abhielt, weiter für seine Jugendspiele Lobbying zu betreiben.

Am 5. Juli 2007 beschloss das IOC, ab dem Jahr 2010 olympische Jugendspiele zu veranstalten. Als Initiator der neuen Veranstaltungsserie wurde nicht ein Kärntner Pensionist ins Rampenlicht gestellt, nein, das olympische Kinderspiel schrieb sich IOC-Präsident Rogge höchstpersönlich auf seine Fahnen. Man kann sich vorstellen, wie toll das bei Herrn Rosenzopf angekommen ist. Dieser investierte in der Folge viel Energie und Geld, um den Gedankendiebstahl öffentlich zu machen. Selbst die Intervention eines Schweizer Rechtsanwaltes, den Rosenzopf aktiviert hatte, brachte lange kein Ergebnis. Erst Monate nach der Premiere der olympischen Jugendspiele in Singapur bekam der Kärntner jetzt eine Urkunde von IOC-Präsident Rogge. Kernaussage: „Ich bestätige Ihnen hiermit, dass Sie einen maßgeblichen und bedeutsamen Impuls und Beitrag zur weltweiten Vision, olympische Jugendspiele ins Leben zu rufen, erbracht haben.“ Jacques verbeugt sich vor Johann – was für ein Erfolgserlebnis.

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Artikel 29. Dezember 2010 - 00:04 Uhr
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