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"Das war mein schwerster Kampf"

NEW YORK. Sein bestes Geburtstagsgeschenk: Magnus Carlsen ist zum dritten Mal Schach-Weltmeister.

"Das war mein schwerster Kampf"

Der alte und neue Schachweltmeister Magnus Carlsen Bild: APA/AFP/EDUARDO MUNOZ ALVAREZ

Titelverteidiger Magnus Carlsen hat zum dritten Mal die Schach-Weltmeisterschaft gewonnen. Der Norweger besiegte an seinem 26. Geburtstag den Herausforderer Sergej Karjakin aus Russland nach vier Schnellschach-Partien im Stechen mit 3:1. Nach den zwölf regulären Partien war es im Fulton Market Building in Manhattan 6:6 gestanden. 2013 hatte Carlsen durch einen Erfolg gegen den Inder Viswanathan Anand erstmals bei einer WM gesiegt, ein Jahr später seinen Titel gegen Anand erfolgreich verteidigt.

Der dramatische Kampf auf 64 Feldern hat bei Carlsen deutliche Spuren hinterlassen. "Das war mein bisher schwerster WM-Kampf", kommentierte der alte und neue Schach-Weltmeister das drei Wochen lang dauernde, nervenaufreibende Gipfeltreffen zweier Schach-Genies.

Heftige Gegenwehr

Die notwendigen Siege errang Carlsen im dritten und vierten Spiel. Die Tiebreak-Entscheidung war hochspannend. Nach einem Remis in der ersten Schnellpartie übernahm Carlsen im zweiten Match mit Weiß die Initiative, eroberte Material und hatte eine klare Gewinnstellung. Der Norweger versuchte, ein Mattnetz zu knüpfen, aber Karjakin bewies erneut seine große Zähigkeit. Mit nur wenigen Sekunden auf der Uhr opferte der Russe seine restlichen Figuren und führte eine Pattstellung herbei, so dass auch diese Partie remis endete. Die meisten Experten sahen danach Karjakin psychologisch im Vorteil. Doch der Weltmeister, der bei diesem WM-Zweikampf nicht immer seine Bestform abrufen konnte, schlug im dritten Spiel mit Schwarz auf schöne Weise zurück. Er opferte im 30. Zug einen Bauern, brach im Zentrum mit seinen Figuren durch und stellte unparierbare Drohungen auf. Karjakin musste kurz danach aufgeben. Mit einer brillanten Matt-Attacke in der vierten Partie stellte Carlsen dann den 3:1-Endstand sicher.

Die Verlängerung war notwendig geworden, weil es nach zwölf Partien mit normaler Bedenkzeit 6:6 gestanden war. Jeder der beiden Großmeister konnte eine Partie für sich entscheiden, zehn Begegnungen endeten remis.

600.000 Dollar Preisgeld

Der Preisfonds betrug eine Million Dollar, von denen 600.000 Dollar an Carlsen gehen. Karjakin darf sich mit 400.000 Dollar über den verpassten WM-Gewinn hinwegtrösten. Während Russland weiterhin auf seinen nächsten Schach-Weltmeister (2007 Wladimir Kramnik) warten muss, war der Jubel bei den norwegischen Fans und Medien riesengroß. "König Magnus regiert weiter. Glückwunsch, Magnus Carlsen! Du bist der Beste!", twitterten Fans. Dass Carlsen nach dem Triumph seinen Vater als "den besten Menschen, den ich kenne", bezeichnete, kam weltweit gut an. Der Vater hatte Magnus in jungen Jahren aus Geldmangel mit dem Wohnmobil von einem Turnier zum anderen chauffiert.

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Artikel OÖN 02. Dezember 2016 - 00:04 Uhr
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