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Sport  > Linz Marathon

Der Podestplatz war Pröll beim Debüt zu wenig

LINZ. Den Marathon in seiner vollen Härte erlebte der Freistädter Martin Pröll bei seinem Debüt. Anstatt des angepeilten Olympia-Limits gab es einen Trostplatz auf dem Podest. Kopf hoch!

 

Nein, es gibt keine Ausreden. Die Zeit steht schwarz auf weiß, und schönfärben kann und will Martin Pröll gar nichts. „Alles war perfekt: das Wetter, das Publikum, die Stimmung, der Tempomacher“, sagte er. „Ich war weder verletzt noch krank, und auch mental guter Dinge.“ Es gibt eben keine Ausrede, auch nicht nach einer fast schlaflosen Nacht, weil der 30-Jährige im warmen Hotelzimmer die Klimaanlage vergeblich suchte. „Ich bin so enttäuscht“, machte Pröll keinen Hehl aus seinem Frust. Denn die 2:20:14 Stunden, die er gebraucht hatte, waren ihm zu langsam. „Viel zu langsam“, wie er sagte. 2:14 Stunden hatte er sich als Limit gesetzt, jene Zeit, die er laufen muss, um bei den Olympischen Spielen 2012 in London an den Start gehen zu dürfen. London, bitte warten.

Aber Kopf hoch! Der 30-jährige Mühlviertler reihte sich als erst zweiter Österreicher nach Christian Pflügl im Vorjahr auf dem Podest neben den starken afrikanischen Läufern ein, er wurde Dritter hinter den leichtfüßigen Kenianern Nixon Machichim und Josephat Keiyo.

Das war im ersten Moment der Enttäuschung nur ein schwacher Trost. „Schau, das ist Marathon, nur hier gibt es solche Emotionen“, deutete der Halbmarathon-Vierte Pflügl auf dem Hauptplatz auf seinen Trainingspartner Pröll. Er lag am Absperrgitter seinem Vater Manfred völlig erschöpft und enttäuscht in den Armen, die Tränen nahmen ihren Lauf wie zuvor die Beine. „Ab Kilometer 30 wurde es richtig hart für mich. Leider viel zu früh für den Marathon“, gestand Pröll auch den einen oder anderen Gedanken ans Aufgeben. „Nur das Publikum hat mich ins Ziel getragen“, sagte er – und sein Bruder, der ihm auf dem Rad moralischen Antrieb gab. „Ich habe knapp vor dem Ziel weinen müssen, weil mir mein kleiner Bruder so leidtat. Er hat sich so hart auf diesen Tag vorbereitet. Aber ich konnte ihn zumindest überreden, dass er es zu Ende führt“, sagt Andreas Pröll.

Im Sommer wechselt Pröll wieder auf die Bahn, wo er zwischen 3000 und 10.000 Metern sowie über Hindernisse Tempo machen will (und laufend Erfolge feiert). Liebe auf den ersten Blick? Nein, das war der Marathon nicht gewesen. Aber: „London hab’ ich noch nicht abgehakt.“

Einen Plan hatte er bei all der Enttäuschung schon im Hinterkopf: nächstes Jahr in Linz das Olympia-Limit erneut anzupeilen. „Im Marathon ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

Die Sieger

OMV Marathon

Herren
1. Nixon Machichim (Ken)    2:09:37
2. Josephat Keiyo (Ken)    2:11:45
3. Martin Pröll (Ö)    2:20:14
4. Thomas Toth (Ung)    2:30:47
5. Manfred Heit (Ö)    2:32:23

Damen
1. Lisa-Christina Stublic (Kro)    2:30:45
2. Tatiana Vilisova (Rus)    2:40:41
3. Neza Mravlje (Svk)    2:43:49
4. Verena Pröll (Ö)    2:58:52
5. Karin Freitag (Ö)    3:02:58

Oberbank Halbmarathon

Herren
1. Allan Ndiwa (Ken)    1:03:31
2. Elisha Tarus (Ken)    1:03:32
3. Daniel Mukche (Ken)    1:05:25
4. Christian Pflügl (Ö)    1:06:08
5. Florian Prüller (Ö)    1:10:50

Damen
1. Anita Bachl-Pichler (Ö)    1:20:16
2. Daniela Tarnutzer (Sz)    1:21:45
3. Andrea Springer (Ö)    1:23:58
4. Viktoria Mühlbacher (Ö)    1:26:57
5. Andrea Lutz (D)    1:27:56

Intersport Eybl Viertelmarathon

Herren
1. Christian Haas (Ö)    34:07
2. Benjamin Klingler (Ö)    35:50
3. Franz Exl (Ö)    36:24
4. Markus Freiberger (Ö)    36:29
5. Martin Hofstadler (Ö)    37:02

Damen
1. Michaela Fellhofer (Ö)    41:26
2. Manuela Kastner (Ö)    41:37
3. Anna Glack (Ö)    41:53
4. Katharina Kreundl (Ö)    43:11
5. Renate Keplinger (Ö)    44:16

OÖNachrichten Staffelmarathon

Herren
1. Asics Ö (Hermann Peindl, Roman Weger, Andreas Ringhofer, Thomas Rossmann)
    2:19:29
2. Pfahnl Winners Team (Gottfried Holzweber, Wolfgang Märzinger, Martin Doleschal, Franz Asanger)    2:31:36
3. SU IGLA Long Life (Michael Groiss, Manuel Stieger, Thomas Leitner, Andreas Gabor)    2:32:29
4. FlTeKp 130 (Elmar Maresch, Marcus Auer, Dietmar Schraml, Andreas Müller)    2:45:27
5. BSV Land OÖ (Christian Hamberger, Josef Grünzweil, Egon Schmalzer, Josef Stöttner)    2:46:31

Handbike-Halbmarathon

1. Jan Tomanek (Tch)    36:06,1
2. Fritz Hopfgartner (Ö)    36:06,5
3. Lars Hoffmann (D)    38:56,0
4. Gerhard Hochmayr (Ö)    39:33,9
5. Wilhelm Marek (Ö)    39:36,0

Inline-Halbmarathon

Herren
1. Roberto Screpanti (Ö)    34:33,3
2. André Wille (Lie)    34:33,6
3. Mathieu Grandgirard (Ö)    35:55,5
4. Alessandro Gherardi (Ita)    35:55,6
5. Nejc Havsar (Svk)    35:56,6

Damen
1. Kristina Kobler (Ö)    41:12,8
2. Alice Wagner (Ö)    41:13,1
3. Eva Wagner (Ö)    41:13,5
4. Michaela Portenkirchner (Ö)    41:14,0
5. Barbara Bakosova (Svk)    41:17,2

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Artikel 11. April 2011 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Der Podestplatz war Pröll

Am Boden, und dennoch gestern ein Gewinner  Bild: APA

Video anschauen Marathon_Winner

Rekorde und Gänsehaut-Feeling beim Linz Marathon

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