
42,195 Kilometer sind lang. Schon von Haus aus. Noch länger mit nur einem Fuß. Also, gefühlt ziehen sie sich dann wohl wie ein Strudelteig. So muss es Klaus Nöckler momentan gehen. Er ist gerade auf der Strecke. Und das rechte Wadl will nicht so, wie Nöckler will. Schon vor dem Start hat er auf dieses Handicap hingewiesen. Gestartet ist er trotzdem. Und beim Zieleinlauf der erste der drei OÖNachrichten-Läufer, die sich auf die volle Distanz gestürzt haben.
Mit seinen 3:34:43 und dem zickigen rechten Wadl kommt er allerdings immer noch besser in die End-Labestelle auf dem Pfarrplatz als viele andere. Ein bisserl blass um die Nase sind einige, die hier hereinkommen. Klaus Nöckler nicht. Der Waldinger wirkt richtig entspannt.
Verwandtschaft gegen Wadl
Nur von Entspannung träumen können zu der Zeit dagegen die beiden anderen Männer, die noch für die OÖNachrichten und die Ehre auf der Strecke sind. Irgendwo in der Stadt unterwegs. „Insgesamt war es schon zach.“ Ohne diese Bremse wären drei Stunden sicher drinnen gewesen, meint Klaus Nöckler, während er die Wadeln lockert. Ab Kilometer zehn hat das rechte ihm endgültig Saures gegeben. „Das ist wirklich schlimm – jeder überholt dich dann“, so der 42-Jährige. Aber die Verwandtschaft, die ihn auf dem Rad begleitet hat, hat mit ihm den Kampf gegen das Wadl aufgenommen. Und aufgeben war sowieso nicht drin.
Genauso wenig für Helmut Praml. „Wenn man in der Zeitung ist und im Blog, dann geht aufgeben gar nicht. Dann muss man einfach durch“, sieht es der 45-jährige Linzer ganz realistisch. Nach 3:57:50 ist es auch für ihn so weit. Ein Krampf bei Kilometer 37 hat ihn eingebremst. Das Ziel – unter vier Stunden – ist aber erreicht. Trotzdem: „Momentan kann ich mir nicht vorstellen, je wieder einen Marathon zu laufen.“ Das, gibt er mit einem Blick auf die vorbeiziehende Kolonne der erschöpften, aber durchaus glücklichen Finisher zu, könne sich aber wieder ändern. Nur nicht in den nächsten drei Wochen.
Ein bisschen Zeit wird wohl auch David Wagner brauchen, um wieder an einen Marathon denken zu wollen. 19 Marathons hatte er schon in den Beinen, der 20. war nicht ganz so sein Lauf. „Da war ich tatsächlich mit dem Klavier schneller“, sagt der 44-Jährige lachend. 2008 war es, als er die 42,195-Kilometer-Strecke spielend in 4:44 zurücklegte. Diesmal, gebremst schon im Training durch Verletzung und eine Grippe, hat noch das linke Knie ab Kilometer zehn zugeschlagen. 5:39:15. Aber noch vor dem Besenwagen.
Helga Honeder: Im Kampf mit Luft und gegen Pollen
Die Pollen und dann in Folge die Atmung. Das machte Halbmarathon-Starterin Helga Honeder beim gestrigen 10. OMV Linz Donau Marathon zu schaffen. Deshalb nicht gut ausgeruht, überlegte sie, den Lauf Lauf sein zu lassen. Probieren wollte es die dreifache Mutter und Abteilungsleiterin im eigenen Unternehmen aber doch. Lauferfahrung hatte sie ja gesammelt. Einen ganzen und zahlreiche Halbmarathons hat sie in den Beinen. Ihr vor dem Pollenangriff gestecktes Ziel, unter 1:50 zu laufen, erreichte sie nicht. Sie unterbot es: 1:47:14.
Wolfgang Breit: Wind ist keine Entschuldigung
„Phasenweise war der Wind ein bisserl lästig“, sagt Wolfgang Breit, der wie die anderen fünf Mitstreiter für die OÖN in den vergangenen Wochen per Blog auf nachrichten.at über seine Vorbereitung auf den Linzer Marathon berichtete. „Aber das soll keine Entschuldigung sein.“ Muss es auch nicht: Mit 1:35:58 hat der 47-Jährige aus Brunnenthal bei Schärding zwar sein Ziel, den Halbmarathon unter 1:35 zu laufen, ganz knapp verfehlt. Dafür stand er frisch und fröhlich an der Labstelle und fieberte noch mit den beiden Kolleginnen.
Maria Ratzenböck: Der Pulsuhr davongelaufen
Eine leichte Nervosität kurz vor dem Start war den OÖN-Läufern gestern schon anzumerken. Auch Maria Ratzenböck. Die Traunerin hatte sich den Halbmarathon in 1:55 vorgenommen. Und dann versagte in der Früh die Pulsuhr. Das machte zusätzlich ein bisschen Stress. Aber keinen Grund, die Zeit nicht zu halten. Ratzenböck orientierte sich an einem Ballon – dem Tempomacher. „Ich hab’ gewusst, der darf mich nicht einholen – dann bin ich unter zwei Stunden.“ Und besser hätte es die Pulsuhr auch nicht hinbekommen: 1:55:34.
Pfarrer Rubatscher: „Man muss wart’n können und Schutzengel hab’n“
Scherer: „Gott sei Dank gibt es noch enorm viele Probleme“
Jukic verpasste Bronze hauchdünn, aber der Weg Richtung London stimmt
Ehezwist um Eurobonds: Worum es zwischen Kanzler und Vizekanzler geht