
Erstmals nahmen beim gestrigen Linzer Marathon mehr als 15.000 Läufer teil. Das war nicht die einzige Premiere: Vor dem Start gab es einen so genannten „Flash-mob“ in Form von Gruppentanzen.
Eine halbe Stunde vor dem Start, als sich bereits tausende Athleten im Startbereich eingefunden haben, dröhnt Michael Jacksons Hit-Single „Beat it“ aus den Lautsprechern bei der Voestbrücke.
Vortänzer für die Sportler
Profitänzer mischten sich unter die Läufer, um die Sportler zum Mitmachen zu animieren. Während einige anfangs zaghaft die Profis nachahmen, kümmern sich andere wenig um das Spektakel – und schütteln mit verbissenem Gesicht die Wadenmuskulatur durch. Manch ein (männlicher) Läufer richtet seine ungeteilte Aufmerksamkeit auch auf die rhythmischen Bewegungen der weiblichen Profitänzer – und vergisst dabei ganz aufs Aufwärmen.
Einige dutzend Läufer beteiligen sich schließlich am Flashmob und tanzen die Choreographie nach. Viele wippen im Takt ein bisschen mit, anderen gibt der Hit aus den 80ern zusätzliche Motivation für die bevorstehenden 42,195 Kilometer.
„Das beflügelt einen gleich“, sagt die 41-jährige Monika Danilkow aus Marchtrenk und fügt lachend hinzu: „Die sollen überhaupt nicht so viel reden und mehr Musik einschalten.“ Ähnlich sieht das der 40-jährige Läufer Johann Schmolz. „Das ist ein gewisser Gruppenzwang und ein Ansporn fürs Aufwärmen.“
Eine Vortänzerin hatte sich nicht direkt unter die Läufer gemischt: Ilona Roth. Die junge Frau zeigte die Tanzbewegungen von der Bühne aus vor.
Reaktionen unabsehbar
„Wir haben das lang einstudiert, weil die Vortänzer das dann perfekt können müssen.“ Dass nicht alle Marathonteilnehmer bei dem Flashmob mitgemacht haben, erklärt sie sich so: „Die Läufer sind sehr nervös, deswegen kann man die Reaktionen nicht immer abschätzen.“
„So etwas auf die Beine zu stellen, ist aufwendiger, als man denkt, dazu muss man viel Kommunikationsarbeit und Organisation erledigen“, sagt Eventmanager Stefan Brand. Anfang November wurde mit der Planung des Flashmobs begonnen. In einem YouTube-Video wurden die Bewegungen vorgezeigt. „Wir wollten eine neue Idee etablieren, es schaut super aus, wenn ein paar tausend Menschen gleichzeitig tanzen“, sagt Brand. Ein paar tausend wurden es zwar nicht. Trotzdem verkürzte der Flashmob vielen Athleten die Wartezeit vor dem großen Lauf. Verletzte gab es laut Angaben des Roten Kreuzes bei der Tanzeinlage übrigens keine.
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