
Teilnehmerrekord: Wer auf der Linzer Autobahnbrücke um neun Uhr Anlauf nahm, der wurde unweigerlich mitgerissen – von sprühender Laufbegeisterung, unbändigem Ehrgeiz, einem kollektiven Ziel entgegen: dem Hauptplatz, für die Ausdauerndsten unter ihnen noch ganze 42,195 Kilometer entfernt. Der Linzer Marathon ist ein Massenphänomen, das mit mehr als 15.000 Startern erstmals eine Schallmauer durchbrach. Knapp mehr als 1000 (!) erreichten nach der vollen Distanz das Ziel. Ihnen gaben 100.000 Zuschauer entlang der Strecke den letzten Kick, um dort auch anzukommen.
Streckenrekord: Dass die neue, mehr durch die Innenstadt verlaufende Strecke ein schnelles Pflaster ist, demonstrierte Lisa-Christina Stublic eindrucksvoll. Die Kroatin ist die neue First Lady von Linz – übrigens: nur drei Männer erreichten vor ihr das Ziel. In 2:30:45 Stunden verbesserte die 26-Jährige den Streckenrekord von Eva-Maria Gradwohl aus dem Jahr 2008 um sechs Sekunden. In Massachusetts (USA) ist Stublic aufgewachsen, Linz war erst ihr zweiter Marathon nach Berlin. „Ich bin ein bisschen überrascht“, erzählte die Powerfrau mit dem Zungenpiercing, „ich weiß nicht, wo mein Limit liegt.“ Ihre Bestzeit hatte sie um mehr als zwei Minuten verbessert, ihren Marktwert ebenso.
Zweitschnellste Zeit: „Thank you“, kam es dem kenianischen Sieger Nixon Machichim in gebrochenem Englisch über die Lippen, nur Hundertstel nach der zweitschnellsten je in Linz und drittschnellsten je in Österreich gelaufenen Zeit. Seine Augen wurden groß beim Blick auf die Anzeigentafel: 2:09:37 Stunden, der Streckenrekord des Ukrainers Alexander Kuzin (2:07:33), Österreichs schnellste Laufzeit, war keine Lichtjahre entfernt. „Super Zuschauer, super Helfer, super Organisation“, sprudelte es aus Machichim heraus, „nächstes Jahr würde ich gerne wiederkommen!“ Die Prämie für seinen tollen Lauf freute nicht nur ihn, sondern auch Frau und Kind im kenianischen Läufer-Mekka Eldoret. „Wir bauen uns gerade ein Haus. Das Preisgeld hilft uns.“ Schon in sechs Tagen ist er beim Marathon in Nizza wieder auf dem Laufenden. Mit guten Erinnerungen an Linz. „Das Wetter dort wird sicher nicht besser sein.“
Oberösterreich-Power: Auch wenn der Freistädter Martin Pröll das Olympialimit in 2:20:14 um mehr als sechs Minuten verfehlt hat und im Ziel in den Armen seines Trainer-Vaters Manfred von den Tränen übermannt wurde, durfte er ruhig ein lachendes Auge zeigen. „Ich bin schon stolz, als Oberösterreicher beim Linzer Jubiläums-Marathon auf das Stockerl gelaufen zu sein“, sagte der 30-jährige 24-fache Staatsmeister über Kurz- und Mittelstreckendistanzen nach seinem ungewissen Marathondebüt. „Es war alles perfekt: die Stimmung, der Tempomacher, das Wetter. Aber bei Kilometer 30 ist es hart geworden. Der Kopf hat gesagt: Ja! Aber die Beine: Nein“, gestand Pröll, der ans Aufhören dachte. Doch dann die Gedanken: an den Stockerlplatz – erst ein Österreicher vor ihm, der Gmundner Christian Pflügl im Vorjahr, hatte dieses Kunststück zwischen Afrikanern vollbracht. „Nur das Publikum hat mich noch ins Ziel getragen“, sagte Pröll, „bei dieser Wahnsinns-Stimmung.
Es ist leider von den Medien (TV + Nachrichten) völlig ignoriert worden, dass die Ulrichsbergerin Verena Pröll als "Hobby"-Läuferin die beste österreichische Frau beim Marathon war. Sie erreichte den 4. Gesamtrang mit einer Zeit von 2:59 h.
Liebes Nachrichten-Team: Tolle Leistungen, gerade wenn sie von Österreicherinnen erbracht werden, müssen erwähnt werden! Dass sie im Trubel des Zieleinlaufs übersehen wird - das kann ja passieren. Aber danach war genug Zeit um etwas zu recherchieren.
Es ist zwar super dass ein neuer Teilnehmerrekord erreicht wurde. Wozu brauchen wir aber die 10-15 Afrikaner, die hohes Preisgeld einstecken. Glauben Sie, dass ohne dies Abzocker nur ein Teilnehmer nicht laufen würde. Also weglassen und Geld sparen oder für caritative Zwecke spenden.
Dr. Willi Donke
Werbeträger und Zugpferde, damit sich der Marathon international einen Namen macht. Im Grunde steigern sie den Wert der Veranstaltung. Was sie heute kosten, kommt morgen wieder an Sponsor_innengeldern und durch die Zuschauer_innen herein.
Informiere dich einmal darüber, wie Werbung funktioniert und welchen Sinn sie hat.
Du kannst aber auch über das Goldberger "Oiso i find des supa" in der Lutz-Werbung nachdenken!
Pfarrer Rubatscher: „Man muss wart’n können und Schutzengel hab’n“
Scherer: „Gott sei Dank gibt es noch enorm viele Probleme“
Jukic verpasste Bronze hauchdünn, aber der Weg Richtung London stimmt
Ehezwist um Eurobonds: Worum es zwischen Kanzler und Vizekanzler geht