
Am Linzer Hauptplatz liefen gestern Nachmittag nicht mehr die Sportler, sondern bereits die Aufräumarbeiten, da kam rund 6 Stunden und 20 Minuten nach dem Startschuss auf der Voestbrücke, die letzte Aktive ins Ziel. Ewald Tröbinger, seit 2002 der Organisationschef des von den OÖNachrichten und der LIVA „erfundenen“ Laufspektakels, wartete im Zielraum und gratulierte Annemarie Altmann höchstpersönlich zu ihrer Leistung. Dazu muss man wissen, dass die Dame aus Deutschland 71 Jahre alt ist. „Es war mir ein Bedürfnis, ihr zu gratulieren, auch wenn sie mich wahrscheinlich nicht gekannt hat“, sagt Tröbinger, der wie Frau Altmann gestern auch einen sehr langen Marathon hinter sich gebracht hat. Gratulieren darf man ihm auch.
Als OK-Chef war der 51-Jährige in den vergangenen Tagen von früh bis spät im Einsatz. In der Nacht vor dem gestrigen Bilderbuch-Sonntag brachte er es gerade einmal auf eineinhalb Stunden Schlaf. Gut, dass Tröbinger über keine üble Kondition verfügt. Er hat selbst 32 Marathon-Läufe in den Beinen, außerdem beendete er vier eisenharte Iron-Man-Triathons.
Hinter seinem sportlichen Werdegang steckt eine markante Änderung seines Lebensstils. „Ich rauchte zehn Jahre lang 40 Zigaretten pro Tag und merkte, wie ich mich dadurch zunehmend unwohl fühlte. Ich habe dann radikal aufgehört, mehr Sport betrieben und dadurch ein völlig neues Lebensgefühl entdeckt“, sagt Tröbinger, der als Linzer Marathon-Mann auf eine verlässliche Hintermannschaft bauen kann. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer vom Veranstalter-Klub Askö Tri Linz sind dafür verantwortlich, dass die Logistik rund um dieses Großereignis nicht stolpert, sondern sehr gut läuft. Tröbinger, der auch Obmann der Askö Tri Linz ist: „Ohne diese Leute, die da wirklich perfekte Arbeit leisten, wäre diese Veranstaltung nicht möglich.“ Die Belohnung für die Marathon-Heinzelmännchen: Eine eigene Pasta-Party ein paar Wochen nach dem Marathon.
Dort kann es auch vorkommen, dass sich Tröbinger von einer ganz anderen Seite präsentiert. Der Vater von drei Mädchen macht gerne als Rock-Musiker Tempo. Seine frühere Band „Superfeucht“ erreichte in den 1980er-Jahren Kult-Status. Vor drei Jahren sind die Burschen, die inzwischen eher angegraut als superfeucht sind, wieder rückfällig geworden. Tröbingers Marathon-Song bekam jeder Läufer in Linz gratis ins Startersackerl. Damit erreichte die CD Gold-Status. Herr Tröbinger weiß eben, wie der Hase läuft. Auch im Musik-Business.
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