
Ungeduldig stehen die Allerkleinsten am Start. An der Hand halten die Dreijährigen Mama, Papa oder Geschwister, die mindestens ebenso nervös auf das Startsignal warten. Endlich wird eingezählt. 5, 4, 3, 2, 1. Das Startsignal fällt, die Zuschauer applaudieren, rufen Namen, klopfen auf die Bang Bangs. 42,1 Meter müssen die Läufer bewältigen.
Jetzt setzt sich eine Dreiergruppe durch: ein kleiner Knirps, den rechts und links zwei Brüder in Richtung Ziel ziehen. Andere sehen das gemütlicher, manche schlendern, manche drehen sogar um. Was soll’s? Jeder ist ein Sieger. Ein junger Läufer winkt professionell einem Fotografen in die Kamera.
5000 Zuschauer dabei
Am Rand steht Martin Stirner. Der 13-Jährige hat die längste Distanz von 4,2 Kilometern noch vor sich. „Ich laufe gerne, es macht Spaß“, sagt der Schüler der Linzer Hauptschule 27. Er hat ein großes Vorbild: seinen Vater, der nächsten Sonntag in London einen Marathon läuft. „Vielleicht schaffe ich das auch einmal“, meint er. „Der Wille wäre da.“
Die dreijährige Magdalena hat ihren Lauf dagegen schon hinter sich: „Alles ist gut gegangen“, sagt sie stolz, zeigt auf ihre Medaille und drückt sich in den Arm von Papa Helmut Gaffl. Später muss sie noch ihrer Schwester Katharina die Daumen halten. „Ich finde es gut, wenn die Kinder einen Bezug zum Sport bekommen“, sagt Helmut Gaffl.
Insgesamt 2500 Kinder nehmen am Juniormarathon teil – mehr sind aus Sicherheitsgründen im Donaupark nicht möglich. Drei Distanzen haben die jungen Sportler zu bewältigen: 42,1 Meter die Drei- und Vierjährigen, 421 Meter die Fünf- bis Zwölfjährigen, 4,2 Kilometer warten auf die Großen bis 17 Jahre. Rund 5000 Zuseher feuern enthusiastisch an.
Für Alexander Semczyszyn, den Einsatzleiter des Roten Kreuzes, ist dieser Einsatz daher keiner wie jeder andere: „Es macht Spaß, zuzusehen, wie die Kleinen das Letzte geben“, sagt der 26-Jährige. „Aber bei Sportlern und Zuschauern sind viele Emotionen dabei. Da kann jederzeit etwas passieren.“ Und schon steht ein kleines Mädchen da, dem dicke Tränen über die Wangen kullern. „Mein Finger tut so weh“, sagt sie und schluchzt. Sofort wird sie von einem der 15 Sanitäter versorgt.
„Laufen macht Spaß“
Auf der Wiese hinter dem Startbereich hüpfen die Schüler der Linzer Lisa-Junior-Volksschule aufgeregt herum. „Laufen macht Spaß“, sagt Tobias. Er hat in den vergangenen Tagen regelmäßig auf dem Laufband trainiert. Für Laurin ist es überhaupt der erste Juniormarathon: „Rennen ist cool.“
Am anderen Ende der Laufstrecke ist es etwas ruhiger, die kleinen Läuferinnen und Läufer sind gerade vorbeigezogen. Erna Szabo hat vergeblich nach ihrer neunjährigen Enkelin Lea Ausschau gehalten. „Sie war wohl zu schnell“, meint sie, während ihr Gatte die Kamera wieder einpackt. „Aber das macht nichts. Hauptsache Oma und Opa waren da.“ Nachsatz: „Und jetzt gehen wir gratulieren.“
Ein Drilling will’s wissen
Keiner würde ohne den anderen starten, aber gemeinsam sind sie unschlagbar: die Drillingsbrüder Lorcan, Brian und Oscar Lindner. Gemeinsam mit vielen Mitschülern aus der Lisa-Junior, einer internationalen Volksschule in Linz-Auhof, waren die Zehnjährigen beim Asics-Juniormarathon am Start. „Wir haben mit Papa viel trainiert“, erklärte Brian. „Wir sind dabei, weil die ganze Schule mitmacht“, meinte Lorcan. „Und weil’s Spaß macht“, ergänzte Oscar.
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