Patrick Piermann kommt mir vor dem Raab-Heim fröstelnd entgegen. Hier wohnt der junge Brasilianer seit 4. Jänner. Der Angreifer von Joinville, einer 500.000-Einwohner-Stadt rund 100 Kilometer südlich von Curitiba (siehe Stichwort), soll Urfahr den Klassenerhalt in Österreichs höchster Liga sichern, nachdem mit Martin Weiß und Christian Koller das Offensiv-Duo verletzt ausgefallen ist.
„Hallenfaustball gibt es bei uns nicht, das Blocken war für mich daher neu“, sagt Piermann. Der mit 185 Zentimeter eher kleine Angreifer hat die Umstellung rasch geschafft: Zwei Spiele, zwei Siege – Urfahr ist wieder im Vormarsch!
Eine andere Umstellung ist schwieriger: „Angeblich ist dieser Winter zu warm“, sagt der Brasilo-Star, „mir ist dennoch kalt. Und es gibt zu wenig Luftfeuchtigkeit.“ Joinville und Curitiba zählen zu den regenreichsten Gegenden Brasiliens.
Piermann, der vorerst bis zum Europacup im Juli bei Urfahr spielen wird, will nun richtig Deutsch lernen, danach vielleicht Mechatronik oder Maschinenbau studieren. Dann sollte aber Freundin Marina (23) nach Österreich übersiedeln. „Sie fehlt mir, ich bin viel allein.“
Glückliche Österreicher
Abwechslung bringen nur seine Teamkollegen und die Kinder im Nachwuchs-Training, das er pro Woche zwei Mal leitet. „Österreich ist toll, die Leute hier kommen mir so glücklich vor wie in Brasilien“, sagt Piermann, „anders als Schweizer oder Deutsche, die sind eher reserviert. Oder Spanier, die sind hochnäsig.“
Was gefällt ihm nach drei Wochen Linz am besten? „Ich kenne bislang nur die Uni, Sporthallen, die Straßenbahn und den Taubenmarkt. Aber ich lerne in der Dornacher Stub‘n jeden Tag neues Essen kennen – Schnitzel schmeckt mir. Und Kartoffelsalat ist echt super, fantastisch! Den gibt es in Brasilien nicht!“
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