Georg Margreitter ist sicherlich auch für das A-Team bald ein Thema.}Andreas HerzogU21-Teamchef Bild: GEPA pictures/ W
„Georg Margreitter besitzt ein Riesenpotenzial und ist auch als Mensch ein Vorbild“, erklärte U21-Teamchef Andreas Herzog, als er den Vorarlberger zum Teamkapitän kürte. „Er ist sicherlich auch für das A-Team bald ein Thema.“ Nun ist er beim LASK der jüngste Bundesliga-Kapitän. Dass ihn Österreichs Rekordteamspieler öffentlich lobt, weiß Margreitter nur von Dritten. Er liest keine Zeitungen. Er konzentriert sich auf die Karriere.
Im Sommer 2007 kam der Montafoner vom BNZ Vorarlberg zum LASK. Auch Altach hatte ihm ein Angebot gemacht. „Ich wollte schnell ins Profileben einsteigen. In Linz muss ich auf eigenen Füßen stehen“, erklärte Marg-reitter. Acht Einsätze sammelte er unter dem damaligen Trainer Karl Daxbacher in der ersten Saison. „Man hat erkannt, dass er zielstrebig ist und weiß, was er will“, erinnert sich der jetzige Austria-Coach. „Er musste Profiluft schnuppern und konnte noch nicht das Selbstvertrauen zeigen, das er jetzt hat.“
Dieses holte er sich in der vergangenen Saison in Wiener Neustadt. Der Schritt zurück in die Erste Liga war ein Sprung nach vorne. Nach dem Meistertitel und dem Auslaufen des Leihvertrags wollte er gar nicht zurück nach Linz. Der LASK bestand darauf. Die Linzer brauchten einen Nachfolger für Niklas Hoheneder.
Zurück kam eine gewachsene Persönlichkeit. Aus dem zurückhaltenden Nachwuchsspieler wurde eine bestimmt auftretende Führungsperson. Mitspieler Thomas Prager war schnell klar: „Margreitter ist auf demselben Niveau wie Hoheneder, wenn nicht sogar stärker.“ Daxbacher, der sich bis Freitag für seine Austria einfallen lassen muss, wie seine Spieler am Innenverteidiger vorbeikommen, teilt die Meinung: „Georg hat körperlich mehr Potenzial. Er ist härter, energischer und schneller.“
Trainer Matthias Hamann will den 20-Jährigen, dessen Freundin Tamira Paszek beim 4:0 gegen Mattersburg auf der Tribüne die Daumen drückte, langfristig binden. „Er hat signalisiert: ,Ich bin bei dem dabei, was ihr hier machen wollt.’ Das ist auch ein Grund, warum wir ihn zum Kapitän bestimmt haben.“ Eine Vertragsverlängerung könnte allerdings teuer werden: Der jetzige Vertrag läuft am Saisonende aus, der deutsche Bundesligist Hamburg beobachtete Margreitter bereits.
Daxbacher war „verblüfft“, dass Margreitter zum Kapitän ernannt wurde. „Bei Ivanschitz hat man das auch gemacht, und es ist schiefgegangen.“ Dass Margreitter die Schleife zu schwer wird, glaubt er dennoch nicht. „Er bleibt auf dem Boden.“
Kein Schaffner in Sicht