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SV Ried: Alles hängt von Gludovatz ab

Schlagen Gludovatz und Schweitzer heute ein neues Ried-Kapitel auf? Bild: VOLKER WEIHBOLD

SV Ried: Alles hängt von Gludovatz ab

RIED. Kommt der Burgenländer, wäre Sportchef Schiemer entmachtet; Schinkels Außenseiter

Von Harald Bartl und Thomas Streif, 17. April 2018 - 00:04 Uhr

Gibt es heute bei Fußball-Bundesligist SV Guntamatic das komplette sportliche Erdbeben? Auch wenn mit Frenkie Schinkels gestern offiziell ein anderer Kandidat in der Pole-Position stand, so ist wohl alles vom "Ja" des Duos Paul Gludovatz/Gerhard Schweitzer abhängig. Und Rieds Vorstand müsste damit eine 180-Grad-Drehung zu allen Aussagen machen, die 1,5 Jahre lang getätigt wurden.

 

Szenario eins – Gludovatz sagt "Ja": Eines schien gestern Abend klar: Nicht der Verein entscheidet, sondern Paul Gludovatz wird die Trainerfrage mit "Ja" oder "Nein" beantworten. Damit würde die komplette sportliche Entmachtung des aktuellen Sportdirektors Fränky Schiemer einhergehen. "Ein neuer Trainer muss unsere Philosophie mittragen, unser System spielen, auch langfristig bleiben...", hatte Schiemer noch am Freitag betont. Alles Schnee von gestern. Gludovatz in Ried würde bedeuten: weg von Schiemers Red-Bull-Spielsystem, vor allem aber weg mit Schiemer von allen Entscheidungen, die die Kampfmannschaft betreffen.

Dass Gludovatz trotz seines Herzens für Ried nicht sofort "Ja" gesagt hat, liegt auf der Hand. Nicht nur die (lange abgestrittene, mittlerweile aber auch von Gludovatz bestätigte) Krisensitzung, in der er einst seinen Rücktritt erklärt hatte, weil hinter seinem Rücken mit anderen Trainern gesprochen wurde, ehe er dann doch wieder beruhigt werden konnte. Es steht auch viel auf dem Spiel. Ried muss fast jede Partie gewinnen. Das ist viel schwieriger als die letzte Gludovatz-Aufgabe vor zwei Jahren im Bundesliga-Abstiegskampf. Eines ist klar: Sollte sich Gludovatz noch einmal breitschlagen lassen, dann nur, weil es ihm um das Wohl des Vereins geht. Ab dann hätten aber nur noch zwei Personen in Ried das Sagen: Gludovatz und sein Assistent Gerhard Schweitzer. Nach den Fehlern der Vergangenheit wäre das auch gut so.

 

Szenario zwei – Frenkie Schinkels: Kaum hatte Rieds Finanzvorstand Roland Daxl gestern im OÖN-Interview Frenkie Schinkels als Kandidat bestätigt, war die Aufregung in den sozialen Netzwerken riesig. Allein dass er überhaupt als möglicher neuer Trainer kontaktiert wurde, löste heftige Kritik aus. Bei Schinkels würde der Einfluss der Klubspitze auf sportliche Belange mit Sicherheit größer bleiben.

Schinkels hat als Trainer wenig vorzuweisen. Zuletzt war er 2008/09 länger bei Austria Kärnten beschäftigt. Danach gab es Kurzzeit-Gastspiele bei der Vienna und beim Landesligisten Kremser SC, dem er derzeit auch als Sportchef vorsteht. Einst war er mit Schiemer als Experten-Duo "Frenkie und Fränky" beim TV-Sender PULS 4 aktiv. Selbst bei einem "Nein" von Gludovatz hätte Schinkels keinen Startvorteil.

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