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ÖFB-Kapitän: Das Team ist "nur mehr ein Nebenschauplatz"

WIEN. Mit Julian Baumgartlinger meldet sich der nächste verdiente Nationalspieler kritisch zu den Entwicklungen in der ÖFB-Spitze zu Wort.

Julian Baumgartlinger zeigt wenig Verständnis für die Abläufe hinter den Kulissen. Bild: APA

"Wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen. Der Erfolg muss im Vordergrund stehen", betonte der Salzburger einen Tag vor dem Heimspiel in der WM-Qualifikation im Wiener Happel-Stadion gegen Serbien. Die jüngsten Spekulationen um den Zeitpunkt des Abschieds von Teamchef Koller und nun auch um die offenbar bevorstehende Ablöse von ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner hatten laut Baumgartlinger auch Auswirkungen auf das Team. 

"Ganz frei machen kann man sich davon nicht", sagte der Leverkusen-Legionär und vermutete, man stehe wohl "vor einer Stunde null". Baumgartlinger unterstützt die Aussagen Jankos nach eigenen Angaben "zu 100 Prozent". So wie der Goalgetter versteht auch der Mittelfeldspieler nicht, wieso Ruttensteiner der Rauswurf droht. Dank des Oberösterreichers habe es "in den letzten Jahren so viel Entwicklung wie noch nie" gegeben. "Das kann man gar nicht schwer genug aufwiegen", meinte Baumgartlinger. "Seine Analysen waren auf den Punkt genau und er hat mit Koller immer die richtigen Worte gefunden." 

Hoffen auf klare Lösungen

Dabei zeigte der 29-Jährige auch Verständnis dafür, dass nach den jüngsten sportlichen Rückschlägen Personaldiskussionen geführt werden. "Das ist normal, aber die Indiskretionen machen es so schwierig." Über diese Angelegenheit unterhielt sich Baumgartlinger zuletzt auch mit ÖFB-Präsident Leo Windtner. "Er weiß, was wir brauchen, um möglichst schnell wieder ohne Fragezeichen Fußball zu spielen." 

In den vergangenen Tagen sei der sportliche Aspekt in den Hintergrund getreten. "Es will einfach keine Ruhe einkehren. Wir (Anm.: die Mannschaft) sind eigentlich nur ein Nebenschauplatz, was schade ist. Jetzt ist es wichtig, dass schnell klare Lösungen getroffen werden", forderte Baumgartlinger. 

Die Neigung der Fans ist sekundär

Eine gewisse Klarheit könnte es schon am Samstag geben, wenn in der ÖFB-Präsidiumssitzung über die Zukunft Ruttensteiners entschieden und eventuell auch die Trennung von Koller noch im Oktober fixiert wird. 

Davor aber gilt es, gegen Serbien zu bestehen. "Die Vorfreude ist groß, weil das Stadion fast voll sein wird und wir gegen einen starken Gegner spielen", sagte Baumgartlinger. Dass die Mehrheit der Stadionbesucher im Lager der Gäste sein wird, lässt den Zentrumsspieler relativ kalt. "Wir spielen alle lieber vor vollen Rängen und in stimmungsvoller und vielleicht hitziger Atmosphäre." 

Das jüngste Duell mit den Serben ging zwar vor einem Jahr mit 2:3 verloren, laut Baumgartlinger wäre für die ÖFB-Auswahl in Belgrad aber deutlich mehr möglich gewesen. "Da haben sie uns mit einem Drittel unserer Chancen geschlagen." Diesmal soll der Spieß umgedreht werden. "Wir wollen uns eine gute Ausgangsposition für die Nations League verschaffen und uns den guten Willen des Publikums und der ganzen österreichischen Fußball-Familie zurückholen, den wir in dieser Qualifikation ein bisschen verspielt haben", erklärte Baumgartlinger.

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Artikel OÖN-Sport/APA 05. Oktober 2017 - 16:14 Uhr
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