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Janko gegen die Landespräsidenten: "Das ist einfach nur beschämend"

WIEN. Kritik des Stürmers am Umgang mit Marcel Koller und Willi Ruttensteiner. Allerdings ist auch die Fan-Ärger nach den zahlreichen Spieler-Absagen groß.

Janko gegen die Landespräsidenten: "Das ist einfach nur beschämend"

Marc Janko hatte gestern einiges zu sagen. Der ÖFB-Teamstürmer teilte ordentlich aus. Bild: Gepa

Sportlich geht es für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft am Freitag beim WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien um nichts mehr. Die Situation im Team ist dennoch mehr als angespannt. Einerseits legte sich Stürmer Marc Janko mit den Landespräsidenten an, deren Umgang mit Teamchef Marcel Koller und Sportdirektor Willi Ruttensteiner er "beschämend" nennt. Zudem ist auch der Ärger rund um die Absagen von David Alaba & Co weiterhin groß.

Jankos gestrige Abrechnung kam doch überraschend. "Das ist beschämend und besorgniserregend", richtete er den Landespräsidenten aus. Dabei meinte er vor allem die Art und Weise der Trennung von Teamchef Marcel Koller und die Umgangsweise mit Sportdirektor Willi Ruttensteiner.

Dass das Ergebnis schon vor der Abstimmung in Gmunden nach den Vorstößen einiger Landespräsidenten praktisch feststand, stieß Janko sauer auf. "Ich frage mich, ob wirklich immer der Sport und die Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund stehen. Alle, die jetzt aus den Löchern kommen, waren vorher lange still. Sie (die Landespräsidenten, Anmerkung) sollten mit einer Stimme sagen, wie es weitergeht, und keine Grabenkämpfe eröffnen, indem sich dieser und jener zu Wort meldet. Das ist einfach beschämend. Ich finde es sehr fragwürdig, was hier passiert und wer teilweise das Wort ergreift."

Zum Thema Ruttensteiner hat Janko auch eine klare Meinung. "Man kann zu Willi Ruttensteiner stehen, wie man will. Aber was hat er verbrochen? Er hat mitverantwortet, dass einer der erfolgreichsten Trainer der österreichischen Fußball-Geschichte installiert worden ist. Und das erstmalig nach einer fundierten Analyse, nach einer erstmaligen Suche, die so davor noch nie stattgefunden hat."

Zumindest bei vielen Fans stehen freilich auch jene Spieler in der Kritik, die dem Nationalteam vor diesem Länderspiel abgesagt haben. Teamchef Marcel Koller nahm die Spieler gestern in Schutz. "Es wäre falsch, zu behaupten, dass sie nicht kommen wollen und ihr Land verraten. Die Spieler verdienen eben bei den Klubs ihr Geld."

Wer spielt gegen Serbien? Das ist Kollers „letzter Rest“

 

Nach der Absagenflut in der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft stellt sich jetzt vor allem eine Frage: Wen soll ÖFB-Teamchef Marcel Koller am Freitag gegen Serbien bei seinem wohl letzten Spiel als ÖFB-Teamchef auf österreichischem Boden aufstellen? Das wird wohl auch vom System abhängen.

Das System: Gegen die Serben würde vieles für eine Rückkehr zur Dreier-Abwehrkette sprechen. Der Gegner ist über die Flügel nicht allzu gefährlich. Dafür wird der Druck im Zentrum enorm sein. Hier muss man auch körperlich dagegenhalten. Und das wäre vor allem durch ein aufgestocktes Mittelfeld zu bewerkstelligen. Allerdings ist Koller zuletzt nie von der Vierer-Abwehr abgewichen.

Abwehr: Koller gehen die Innenverteidiger aus. Einzig Aleksandar Dragovic ist vom Stammpersonal noch da. Neben Martin Hinteregger fallen ja auch noch Sebastian Prödl und Kevin Wimmer verletzt aus. Es bleiben zwei „Notfall-Optionen“. Koller wird entweder Stefan Ilsanker oder Ajax-Amsterdam-Spieler Maximilian Wöber auf die vakante Innenverteidigerposition setzen. Wobei mit einem Teamdebüt von Wöber auf alle Fälle zu rechnen ist. Sollte er nicht zentral starten, ist er der Favorit für den Platz auf der linken Seite, die ja komplett verwaist ist – auch wenn mit Moritz Bauer und Stefan Lainer die beiden rechten Außenverteidiger zumindest in ihren Klubs auch schon auf der linken Seite ausgeholfen haben.

Mittelfeld: An Julian Baumgartlinger und Florian Grillitsch wird es zum Abdichten des Zentrums kein Vorbeikommen geben. Moritz Bauer konnte bei seinem Debüt auf der rechten Seite überzeugen. Er wird wohl erneut eine Chance bekommen. Egal, ob am Ende rechts in der Viererkette oder als Außenspieler im Mittelfeld . Weiters ist Marko Arnautovic gesetzt – er wird gegen Serbien aber auch defensiv mehr arbeiten müssen. Gleiches gilt für Louis Schaub.

Angriff: In ihren Klubs haben zuletzt weder Guido Burgstaller (vor allem verletzungsbedingt) noch Marc Janko viel gespielt. Einer aus diesem Duo muss im Angriff starten. Die Wahl wird wohl – falls er fit ist – auf Burgstaller fallen.

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Artikel Harald Bartl 04. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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