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Arnautovic übt massive Kritik am ÖFB

WIEN. Einen Tag nach Marc Janko hat auch Marko Arnautovic massive Kritik am ÖFB wegen der anstehenden Trennung von Fußball-Teamchef Marcel Koller geübt.

Marko Arnautovic Bild: (GEPA pictures)

Den West-Ham-Profi störten ebenso die diversen Wortmeldungen von Präsidiumsmitgliedern noch vor jener Sitzung, in der die Verabschiedung des Schweizers beschlossen wurde. "Ich schließe mich Marc zu 100 Prozent an", sagte Arnautovic am Mittwoch in Wien.

Die Entscheidung, den Vertrag mit Koller nicht zu verlängern, ist für den Offensivspieler nicht nachvollziehbar. "Österreich war davor noch nie die Nummer zehn der Weltrangliste und hat sich aus eigener Kraft für eine EM qualifiziert", betonte Arnautovic und ergänzte: "Die WM-Quali war nicht schlecht, aber unglücklich."

Die Vorgehensweise des ÖFB-Präsidiums hält der Wiener für wenig durchdacht. "Ich verstehe das ganze Drumherum nicht. Die Leute, die zuständig sind, müssen in sich gehen, nicht eine Nacht schlafen und dann sagen, es läuft nicht mehr."

"Wir sind nicht Brasilien"

Der Abschied vom Schweizer, der Arnautovic in der Nationalmannschaft von einem "enfant terrible" zu einem beständigen Leistungsträger formte, schmerzt den England-Legionär. "Er hat viel dazu beigetragen, dass meine Leistungen gut sind, das hat aber auch mit meiner Entwicklung zu tun. Nicht nur ich habe ihm viel zu verdanken, sondern der ganze österreichische Fußball."

Generell sei die Erwartungshaltung rund um das österreichische Nationalteam zu hoch. "Wir sind nicht Brasilien oder Deutschland, dass man sich für alles qualifizieren muss. Wir sind im Aufbau", betonte Arnautovic.

Trotz des bevorstehenden Abschieds von Koller wird Arnautovic der ÖFB-Auswahl weiterhin zur Verfügung stehen. "Mir ist es egal, wer Teamchef wird. Wenn ich einberufen werde, bin ich da", versprach der 64-fache Teamspieler (15 Tore).

Ruttensteiners Ablöse als "großer Fehler"

Dass nun auch ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner abgelöst werden könnte, sorgt bei Arnautovic für zusätzliche Verärgerung. "Er hat in 18 Jahren beim ÖFB viel gemacht, nicht nur beim A-Team, auch beim Nachwuchs oder beim Frauen-Fußball. Und dann sitzen auf einmal 10, 15 Leute auf einem Tisch und sagen, es wird alles verändert. Das ist aus meiner Sicht ein sehr großer Fehler."

Nach der Meinung der 28-Jährigen sollten weniger Koller und Ruttensteiner als vielmehr die Spieler unter Beschuss stehen. "Zu uns kommt gar kein Druck, nur zum Sportdirektor und Trainer. Das verstehe ich nicht. Vielleicht müssen sie einmal zu uns kommen und mit uns reden", sagte Arnautovic.

Vor einem möglichen Treffen mit dem ÖFB-Präsidium hat aber für den Flügelspieler das WM-Qualifikationsmatch am Freitag in Wien gegen Serbien Priorität. "Für mich persönlich ist das eine sehr emotionale Partie", sagte Arnautovic, Sohn einer Österreicherin und eines Serben. "Ich liebe beide Länder."

Gegen Serbien wird es schwierig

Vor den Serben zeigte der ÖFB-Internationale großen Respekt. "Es wird schwierig. Wir haben praktisch ein Auswärtsspiel, sie kommen hochmotiviert und werden probieren, drei Punkte zu holen, weil sie dann bei der WM sind."

Der jüngsten Erfolge der Serben sind für Arnautovic relativ leicht erklärt. "Sie haben viele Stars. Die hatten sie schon früher, aber jetzt sind sie ein echtes Team. Jeder arbeitet für jeden, deswegen sind sie dort, wo sie jetzt stehen."

Der Schlüsselspieler des Freitag-Gegners sei Nemanja Matic. "Er ist überragend und hat alles, was man als Fußballer auf seiner Position braucht", sagte Arnautovic über den Mittelfeldspieler von Manchester United, mit dem er in der Premier League schon des öfteren Bekanntschaft machte.

Einem neuerlichen Duell mit dem 29-Jährigen dürfte nichts im Wege stehen, auch wenn Arnautovic am Mittwoch von seiner Verkühlung noch sichtlich gezeichnet war. Sein Trainings-Einstieg war für den Nachmittag geplant.

Für Freitag versprach Arnautovic volle Einsatzbereitschaft des ÖFB-Teams. "Auch wenn wir nichts mehr schaffen könnten, sind wir alle Profis und sollten 100 Prozent geben."

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Artikel nachrichten.at/apa 04. Oktober 2017 - 15:54 Uhr
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